Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Salva Kiir

© Jason Szenes / Archiv über dpa

02.02.2015

Südsudan Konfliktparteien einigen sich auf Machtaufteilung

Abkommen unterzeichnet.

Addis Abeba – Die Konfliktparteien im Südsudan haben rund 13 Monate nach dem Ausbruch schwerer Gewalt in dem ostafrikanischen Land einen neuen Anlauf zur Beilegung ihres Konfliktes genommen.

Nach mehrtägigen zähen Verhandlungen einigten sich Präsident Salva Kiir und sein Widersacher Riek Machar in der Nacht zum Montag auf eine sofortige Waffenruhe und die künftige Machtaufteilung innerhalb der Regierung. Bei den Gesprächen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba vermittelte erneut die ostafrikanische Regionalorganisation Igad.

Demnach werde Kiir Staatschef bleiben, während Machar wieder als Vizepräsident eingesetzt werden soll, berichtete die Zeitung „Sudan Tribune“. Im Parlament soll die regierende SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung) 53 Prozent der Sitze erhalten, während andere SPLM-Fraktionen und kleinere Parteien 33 Prozent bekommen. Die rivalisierenden Fraktionen der SPLM hatten sich bereits vor knapp zwei Wochen in der tansanischen Stadt Arusha darauf verständigt, wieder zusammenzuarbeiten.

Machar war schon früher Kiirs Stellvertreter. Im Dezember 2013 kam es zu einem politischen Machtkampf, der schwere Gewalt in dem erst 2011 unabhängig gewordenen Land zur Folge hatte. Diese hat auch ethnische Hintergründe: Kiir gehört der Volksgruppe der Dinka an, Machar ist ein Nuer. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Politiker bereits mehrere Friedensvereinbarungen unterzeichnet, die jedoch alle nach wenigen Stunden wieder gebrochen wurden.

Zudem seien weiter viele Fragen zur künftigen Regierung offen, sagten Beobachter. Eine neue Verhandlungsrunde soll am 20. Februar starten. „Das sollten die letzten Gespräche sein. Bis zum 5. März soll eine endgültige Vereinbarung vorliegen, um die Krise im Südsudan zu beenden“, zitierte die „Sudan Tribune“ Chefvermitttler Seyoum Mesfin.

Seit dem Beginn der blutigen Gewalt sind bereits Tausende Menschen getötet worden. UN-Schätzungen zufolge sind mindestens zwei Millionen Südsudanesen auf der Flucht. Experten befürchten auch eine Hungerkrise.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dpa / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/suedsudan-konfliktparteien-einigen-sich-auf-machtaufteilung-77760.html

Weitere Nachrichten

Donald Trump 2015

© Gage Skidmore / CC BY-SA 3.0

Oppermann Trump-Rede war nationalistisch und abstoßend

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann hat die Antrittsrede von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. "Ich fand die nationalistische ...

Sigmar Gabriel SPD 2015

© A.Savin / CC BY-SA 3.0

Oppermann Gabriel kann Wahlkampf wie kein anderer

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann sieht in SPD-Chef Sigmar Gabriel den besten Wahlkämpfer seiner Partei. Eine Woche vor der Kür des ...

Martin Schulz SPD

© Foto-AG Gymnasium Melle / CC BY-SA 3.0

Schulz „Unaufgeregt mit Trump zusammenarbeiten“

Ex-EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) hat nach der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump zu einer unaufgeregten Zusammenarbeit aufgerufen. ...

Weitere Schlagzeilen