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Pistorius bricht vor Gericht in Tränen aus

© dapd

15.02.2013

Südafrika Pistorius bricht vor Gericht in Tränen aus

Familie und Management weisen Mordvorwürfe zurück.

Johannesburg – Nach dem gewaltsamen Tod der Freundin von Paralympics-Sieger Oscar Pistorius haben dessen Familie und Management die Mordvorwürfe gegen den Sportler vehement zurückgewiesen. Bei einer ersten Anhörung vor Gericht warf die Staatsanwaltschaft dem südafrikanischen Leichtathleten am Freitag vor, seine Partnerin Reeva Steenkamp am Donnerstagmorgen vorsätzlich getötet zuhaben – und will ihn jetzt dafür anklagen. Diesen Vorwurf bestritten Pistorius‘ Angehörige in einem nach der Anhörung verbreiteten Statement.

Der 26-jährige Sportler habe geweint, als er am Freitag dem Haftrichter in Pretoria vorgeführt wurde, berichtete der Sender NBC News. Er sei aufgelöst gewesen und habe beruhigt werden müssen, hieß es weiter. Bilder zeigten Pistorius beim Betreten des Gerichtsgebäudes im dunklen Anzug und mit einer Jacke über dem Kopf, um sein Gesicht zu bedecken.

Der Prozess wurde nach den einleitenden Worten der Staatsanwaltschaft auf Dienstag vertagt. Bis dahin bleibt der Sportler nach Angaben des südafrikanischen Nachrichtensender News 24 in Polizeigewahrsam. Nächste Woche soll dann über eine Entlassung gegen Kaution verhandelt werden. Das Gericht lehnte eine Live-Übertragung der Verhandlung ab. Medien berichteten, mehrere Familienangehörige im Gerichtssaal hätten fassungslos auf die Ankündigung der Staatsanwaltschaft reagiert, Anklage wegen vorsätzlicher Tötung zu erheben.

Vom nationalen Idol zum Mordverdächtigen

Der 26-Jährige soll am Donnerstagmorgen seine Freundin getötet haben. Vier Mal sei auf das Fotomodel geschossen worden, zitierte der Fernsehsender Sky News einen Polizeisprecher. Die Hintergründe des blutigen Vorfalls, der sich am Donnerstag in Pistorius‘ Haus in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria abspielte, sind noch unklar.

Die Polizei bestätigte, dass nur Pistorius und seine Freundin im Haus waren, als die Schüsse fielen. Zudem habe es keine Zeichen eines Einbruches gegeben. In den Medien war zunächst spekuliert worden, dass Pistorius seine Partnerin versehentlich erschossen haben könnte. Möglicherweise habe er Steenkamp für eine Einbrecherin gehalten, als sie ihn zum Valentinstag überraschen wollte, hieß es. Die Polizei zeigte sich jedoch über diese Vermutungen erstaunt. Eine Sprecherin sagte, es habe bereits früher Vorfälle häuslicher Gewalt bei Pistorius gegeben – und nährte damit Gerüchte über eine gezielte Tat.

Pistorius‘ Familie und Management schrieben in der Mitteilung, ihre Gedanken seien bei Steenkamps Angehörigen und Freunden. Auch Pistorius selbst habe klargestellt, dass er der Familie seiner toten Freundin sein tiefstes Mitgefühl aussprechen wolle.

Pistorius, der mit verkümmerten Beinen geboren wurde und nun auf zwei Prothesen läuft, hatte bei den Paralympics in London voriges Jahr Gold über 400 und 4×100 Meter Staffel gewonnen. Als wohl bekanntester „Blade Runner“ der Welt sorgte er zudem international für Schlagzeilen, als er 2012 auch an den Olympischen Sommerspielen für Nichtbehinderte mit bemerkenswertem Erfolg teilnahm und erst im Halbfinale über 400 Meter ausschied.

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