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Renner bewirbt sich als CDU-Kandidat

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07.02.2012

Stuttgarter OB-Wahl Renner bewirbt sich als CDU-Kandidat

52-Jähriger hält sich für geeigneteren Gegenkandidaten zu Kuhn.

Stuttgart – In der Stuttgarter CDU gibt es nun einen zweiten Bewerber, der für die Partei bei der Oberbürgermeisterwahl gegen den Grünen Fritz Kuhn antreten will. Nach mehreren Wochen der Spekulation erklärte Andreas Renner, ehemaliger Oberbürgermeister von Singen und früherer Landessozialminister, am Dienstag seine Kandidatur. Er sei von vielen Seiten lagerübergreifend darum gebeten worden. “Nachdem der erste Kandidat im Rennen war, bin ich, ich kann es fast schon sagen, bestürmt worden”, erklärte Renner.

Renner muss sich nun gegen den parteilosen Berliner Unternehmer und Werbeprofi Sebastian Turner durchsetzen, den Kreisvorsitzender Stefan Kaufmann vorgeschlagen hatte. Turner, für den einige CDU-Mitgliedern eine Unterstützungsinitiative gegründet haben, gilt aufgrund mangelnder Verwaltungserfahrung als umstritten.

Renner: “Der Kuhn ist schon ‘ne Hausnummer”

Renner nimmt für sich in Anspruch, der Geeignetere zu sein, um den Grünen-Kandidaten Kuhn zu schlagen. “Wer in Stuttgart Oberbürgermeister werden will, muss jeden schlagen können”, sagte er. “Der Kuhn ist schon ‘ne Hausnummer. Der will erst einmal geschlagen worden sein”, sagte er.

Er wisse aus seinen bisherigen Wahlkämpfen, dass er sowohl die CDU-Stammwählerschaft als auch das gesamte bürgerliche Lager bis hin zu Grünen- und SPD-Wählern erreichen könne. Turner sei eine “seriöse Persönlichkeit” und die Art von Kandidat, die seine Kandidatur herausgeforderte habe. “Wir haben unterschiedliche Lebenserfahrungshintergründe”, sagte Renner.

Der 52-Jährige will in Stuttgart vor allem die Lebensqualität und die Situation für junge Familien weiter verbessern. Das nächste Jahrzehnt sei auf jeden Fall nicht bestimmt von Großprojekten, sondern von vielen Einzelprojekten. Bei dem Streit über “Stuttgart 21″ will er sich vor allem auf das Ergebnis der Volksabstimmung stützen. Es gelte nun, die Gräben zuzuschütten und sich um eine für alle verträgliche Umsetzung zu bemühen.

Renner hat aus Vergangenheit gelernt

Er wies Spekulationen zurück, seine Position als EnBW-Repräsentant in Berlin und Brüssel stehe zur Disposition. “Ich weiß, das man weiter mit mir plant”, sagte er. Aus seinen verbalen Fehltritten aus der Vergangenheit, die zu seinem Rücktritt als Sozialminister führten, will er gelernt haben. Er habe “seine politische Strafe” getragen. “Inzwischen bin ich älter geworden und werde mich mit solchen Äußerungen zurückhalten”, sagte er.

Über den damaligen US-Präsident George W. Bush hatte Renner als Minister gesagt: “Der gehört abgeschossen.” Im Streit um die Schirmherrschaft zum “Christopher-Street-Day” solle er dem katholischen Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, erwidert haben: “Halten Sie sich da raus, fangen Sie doch erst einmal damit an, Kinder zu zeugen.”

Renner betonte, er wolle eine Lagerbildung in der Partei vermeiden. Auch wolle er einen fairen Wahlkampf, ohne Beschädigung eines Bewerbers oder des Kreisvorsitzenden. Kaufmann war für sein Vorgehen in seinem Kreisverband kritisiert worden. Unter anderen CDU-Landtagsfraktionschef Peter Hauk sowie der ehemalige Kreisvorsitzende Gerhard Mayer-Vorfelder hatten Renner zu einer Kandidatur gedrängt.

CDU-Kreisverbandschef Kaufmann begrüßte Renners Kandidatur. Die Partei habe damit eine weiteren “hochkarätigen Bewerber”. Er stehe weiterhin für ein faires, innerparteiliches Verfahren.

Die CDU will ihren Kandidaten auf einem mitgliederoffenen Parteitag am 17. März wählen. Zuvor sollen sich die Kandidaten auf vier nichtöffentlichen Regionalkonferenzen vorstellen. Amtsinhaber Wolfgang Schuster (CDU) tritt nicht mehr an. Der neue Oberbürgermeister wird am 7. Oktober gewählt.

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