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30.07.2017

Bosch Denner für Simulator-Training von Insassen autonomer Autos

„Da kann man sich vieles aus der Flugzeugindustrie abschauen.“

Stuttgart – Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Autozulieferers Bosch, Volkmar Denner, hat sich für ein spezielles Training von Insassen autonomer Fahrzeuge ausgesprochen.

„Da kann man sich vieles aus der Flugzeugindustrie abschauen: Die Piloten haben auch ihren Autopiloten, werden aber regelmäßig im Simulator geschult, damit sie in Notsituationen übernehmen können“, sagte Denner der „Welt am Sonntag“. „Das könnte ich mir für Autofahrer auch vorstellen.“

Man merke schon jetzt, wie leicht man Fähigkeiten durch Assistenzprogramme im Auto verliere. „Wenn man ein Auto fährt, dass selbst parken kann, verlernt man das Einparken schnell“, sagte der Bosch-Chef.

Grundsätzlich halte er es wie Bundeskanzlerin Angela Merkel für denkbar, dass Menschen irgendwann nur noch mit Sondererlaubnis selbst ans Steuer eines Autos dürfen. „Das wird noch lange dauern“, sagte Denner. „Man muss sich aber überlegen, wie man die Fahrer so trainiert, dass sie das Fahrzeug immer noch beherrschen, auch wenn überwiegend autonom gefahren wird.“

Der Bosch-Chef hält zudem Autos mit lauten Verbrennungsmotoren in der Stadt nicht mehr für angemessen: „Mit einem Fahrzeug in der Stadt Lärm zu verursachen, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Die Menschen leiden immer stärker unter Lärm“, sagte Denner.

Insgesamt wünsche er sich eine „faktenbezogenere Diskussion“ beim Thema Elektromobilität. „Im Moment sind sehr viele Emotionen im Spiel. Das ist nachvollziehbar: Die Automobilindustrie hat viel an Glaubwürdigkeit verloren. Sie muss daran arbeiten, sie zurückzugewinnen“, sagte der Bosch-Chef. „Aber das Thema Weltklima kommt in der öffentlichen Diskussion derzeit komplett unter die Räder.“

Wesentlich sei, dass es gelinge, die Erderwärmung zu bremsen. „Dafür werden wir alle Antriebsarten brauchen, es wird mit Elektromobilität allein nicht funktionieren“, so Denner.

Die Diskussion um Fahrverbote für Dieselautos und ein mögliches Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2030 würden die Gefahr erhöhen, dass durch den technologischen Wandel Arbeitsplätze verloren gehen. „Solche grundlegenden Transformationsprozesse brauchen Zeit“, sagte der Bosch-Chef. „Wenn man durch Vorgaben von außen diesen Zeitraum nun drastisch reduziert, wird der Transformationsprozess erheblich erschwert.“

Wenn der Diesel-Marktanteil weiter so stark falle, werde das „Auswirkungen auf die Beschäftigung in unseren Diesel-Werken in Europa haben“, kündigte Denner an. „Da aber Elektromobilität für die Menschen noch keine wirkliche Alternative ist, werden in Europa statt Diesel-Pkws dann vor allem Benziner gekauft.“ Da Bosch aber auch bei Benzinmotoren gut aufgestellt sei, werde es „zunächst eine Verlagerung geben“.

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