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Sturm und Zbik zicken vor deutschem Duell

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07.03.2012

Boxen Sturm und Zbik zicken vor deutschem Duell

„Eine große Schnauze hilft nicht“ – Champion und Konditionstrainer arbeiten nicht mehr zusammen.

Köln – Eine gesunde Rivalität im Profiboxen ist immer gut für das Geschäft. Teilweise wird deshalb mit Inszenierungen nachgeholfen um einen Kampf anzuheizen. Das aber haben Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm aus Leverkusen und Ex-Champion Sebastian Zbik aus Schwerin nicht nötig: Sie mögen sich wirklich nicht. Das ist die beste Voraussetzung dafür, dass ihr WM-Kampf am 13. April in der Kölnarena ein Anreiz für die Fans ist. „Eine große Schnauze hilft im Ring auch nicht“, sagte Sturm, der Superchampion des Weltverbandes WBA ist, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Köln und teilte damit gleich eine Spitze Richtung Zbik aus.

Sturm vermarktet seine Kämpfe seit September 2010 selbst, nachdem er sich bei seinem früheren Promoter Klaus-Peter Kohl und dessen Universum Box-Promotion für eine Summe von um die 900.000 Euro freigekauft hatte. Nach den ersten vier Kämpfen in Eigenregie mit überschaubarem sportlichen Spektakel kommt ein deutsches Duell gerade recht, vor allem, wenn der Gegner auf der Krawall-Klaviatur mitspielt.

Zbik mit einer Niederlage

„Ich freue mich, dass Felix endlich den Mut hat, gegen mich in den Ring zu steigen. Jetzt hat er endlich einen anständigen Gegner“, sagte Zbik, der immer noch bei Universum unter Vertrag steht. Der Ex-Weltmeister der WBC, der von 31 Kämpfen nur einen verloren hat, betonte, dass seine Antipathie keinesfalls „inszeniert“ sei. Zbik verweigert den Verdiensten des eigenwilligen Weltmeisters bosnischer Abstammung den Respekt.

Das mag der Unternehmer, der seit einiger Zeit sein eigenes Box-Camp betreibt, überhaupt nicht. „Wie oft hast du deinen WM-Titel verteidigt? Was bist du für ein Weltmeister, wenn du den Titel am grünen Tisch bekommen hast?“, fragte Sturm den Herausforderer. Zbik war Interims-Weltmeister und verteidigte diesen Status einige Male. Zum WBC-Champion wurde er erst erklärt, als der damalige Titelträger Sergio Gabriel Martinez nicht zu einer Pflichtverteidigung antrat. Seine erste Titelverteidigung, zugleich auch sein bislang letzter Kampf, im Juni 2011 verlor Zbik dann in Los Angeles umstritten nach Punkten gegen Julio Cesar Chavez Jr.

6.000 Karten verkauft

Ob diese Nickligkeiten den Eintrittskartenverkauf ankurbeln werden, wird man abwarten müssen. Bislang konnten 6.000 der etwas über 19.000 zur Verfügung stehenden Karten abgesetzt werden. Sein 41. Kampf wird für Felix Sturm auch so etwas wie ein kleiner Neuanfang sein. Er hatte sich erst vor kurzem von seinem Fitnesscoach Clive Salz getrennt. Vielleicht war es auch umgekehrt, Sturm ließ sich zwischen den Fights auch schon mal gehen und musste dann mächtig Gewicht abkochen.

„Das hat sich so ergeben. Er war ein wichtiger Mann. Ich bin 33 Jahre alt, habe noch vier oder fünf Jahre vor mir und will mal etwas anderes machen“, sagte der Weltmeister, der in seiner Karriere zweimal verlor und zweimal unentschieden boxte.

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