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Ärzte bei einer Operation

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26.02.2015

Studie Zahl der Operationen weniger dramatisch als angenommen

OECD habe die Alterskomponente außer Acht gelassen.

Berlin – Die hohe Zahl der medizinischen Eingriffe in Deutschland ist nach einer Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) weniger dramatisch als es auf den ersten Blick den Anschein hat. „Deutschland als Operations-Weltmeister zu bezeichnen, ist daher in keiner Weise gerechtfertigt“, heißt es in einer WIP-Studie, über die die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) berichtet.

Bei allen Eingriffen, die ihren Schwerpunkt im Alter haben, rutsche die Bundesrepublik im Länderranking der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nach hinten, wenn man die Berechnung dem Alter der Gesellschaft anpasse. So stehe Deutschland bei den Hüftoperationen nicht an Nummer zwei in der Welt, sondern befinde sich auf dem fünften Platz.

Bei der Operation von Gallenblasen landet Deutschland laut OECD auf Platz sechs, nach Berechnungen des WIP aber nur auf Platz zwölf. Sieht die OECD Deutschland bei Bypass-Herzoperationen auf Rang Nummer drei, hält das WIP Platz zehn für angemessen.

Bei ihren Berechnungen habe die OECD die Alterskomponente außer Acht gelassen, schreiben die Wissenschaftler zur Begründung. Das mittlere Alter der Deutschen liege aber bei 44,3 Jahren. Das ist das zweithöchste unter den untersuchten 34 OECD-Staaten. Nur Japan ist mit 44,6 Jahren noch älter. Weil mit zunehmendem Alter aber auch die Zahl der medizinischen Eingriffe steige, müsse dies in die Berechnungen mit einbezogen werden, heißt es laut SZ in der Studie.

Grob gesprochen hat das WIP in seinen Berechnungen das Alter der OECD-Länder auf das deutsche Niveau gehoben und dabei angenommen, dass auch die Anzahl der Operationen entsprechend steigt. Bei den Hüftoperationen läge Deutschland damit nicht mehr nur hinter der Schweiz, sondern auch noch hinter Norwegen, Luxemburg und Österreich.

Und auch bei den Knieoperationen würde somit in Australien und auch in Belgien verhältnismäßig öfter zum Skalpell gegriffen als in der Bundesrepublik – obwohl beide Länder in der offiziellen OECD-Statistik hinter Deutschland liegen.

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