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Klingel an einer Wohnung

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02.10.2017

Studie Studenten müssen immer höhere Mieten bezahlen

Den stärksten Anstieg der Nettomietpreise seit 2010 verzeichnete Berlin.

Berlin – Studenten müssen in Deutschland immer mehr Geld für Miete ausgeben. Vor allem in Groß- und Universitätsstädten sind die durchschnittlichen Preise bei Neuvermietungen für Studenten seit 2010 um bis zu rund 70 Prozent gestiegen. Dies hat ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln für die Deutsche Real Estate Funds Advisor ergeben, über das die Zeitungen der Funke-Mediengruppe in ihren Montagausgaben berichten.

Den stärksten prozentualen Anstieg der Nettomietpreise seit 2010 verzeichnete Berlin mit 70,2 Prozent – und zwar von sechs auf elf Euro pro Quadratmeter. Es folgen Stuttgart mit 62,2 Prozent und München mit 53,1 Prozent. In Hamburg stieg die Nettomietbelastung für Studenten danach um 30,6 Prozent von neun auf zwölf Euro pro Quadratmeter. Aber auch in Köln (plus 22,3 Prozent), Bonn (24,9 Prozent), Kiel (35,3 Prozent) und Leipzig (23,6 Prozent) sind die Preise deutlich geklettert. Der geringste Anstieg wurde in Jena mit 9,7 Prozent ermittelt.

Die Studie basiert auf einer Datenauswertung von Inseraten der Internetplattform ImmobilienScout24 für 15 Städte.

„Die deutliche Steigerung ist nicht nur auf die generell zunehmende Verknappung von Wohnraum in begehrten Lagen zurückzuführen, sondern auch darauf, dass immer mehr Mietwohnungen möbliert angeboten werden, was die Preise zusätzlich in die Höhe treibt“, erläutert Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfeldes Finanz- und Immobilienmärkte im IW.

So werden in Berlin 8,5 Prozent der Studentenappartements möbliert angeboten, in München sind es 18,2 Prozent – und damit in beiden Städten sieben Prozent mehr als noch 2010. In Stuttgart hat sich der Anteil sogar um zehn Prozent auf derzeit 17,4 Prozent erhöht.

Die mit Abstand höchsten Neuvertragsmieten zahlen Studenten laut Studie aktuell in München mit durchschnittlich 18,40 Euro je Quadratmeter. Sie liegen sogar rund ein Viertel über dem zweitteuersten Standort Stuttgart mit 14,90 Euro pro Quadratmeter. Danach folgen Frankfurt (14 Euro), Hamburg und Heidelberg (12 Euro), sowie Berlin, Bonn und Köln, wo jeweils elf Euro bei Neuvermietungen im Schnitt fällig werden.

„Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, dann werden Studenten in der bayrischen Landeshauptstadt bald mehr als 20 Euro für einen Quadratmeter Wohnraum bezahlen müssen“, heißt es in dem Gutachten.

Für eine typische Studentenbude mit 30 Quadratmetern werden laut Gutachten in München 665 Euro Warmmiete fällig, in Hamburg und Köln je 480 Euro, in Bonn 487 Euro, in Berlin 430 Euro und in Leipzig 327 Euro. Die Miete wird somit zu einer starken Belastung für Studierende, die in der Regel – wenn überhaupt – über bescheidenere eigene Einkommen verfügen.

„Die Situation kann nur durch mehr Neubauwohnungen und zusätzlichen Studentenwohnheime entspannt werden“, ist Voigtländer überzeugt. Der IW-Immobilienexperte schlägt deshalb vor: „Um die Situation für neue Studenten zu verbessern, sollte die Wohnzeit in Studentenwohnheimen auf ein Jahr begrenzt werden, damit mehr Leute die Chance auf ein günstiges Zimmer erhalten.“

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