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07.03.2015

Studie SPD hat gravierendes Imageproblem

Der Studie werde an der Parteispitze erhebliche Bedeutung zugemessen.

Berlin – Auch nach einem Jahr Regierungsarbeit in der großen Koalition hat die SPD ein gravierendes Imageproblem. Obwohl sie zentrale Anliegen durchgesetzt habe, gelinge es der SPD deshalb nicht, über ihre Kernklientel hinaus Wähler aus der Gruppe der Beschäftigten zwischen 25 und 45 Jahren zurückzugewinnen. Das ist das Ergebnis einer bislang unveröffentlichten Studie des Instituts TNS Infratest, über deren Ergebnisse die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

Der Untersuchung werde an der Parteispitze erhebliche Bedeutung zugemessen. Ihre Schlussfolgerungen könnten in der nächsten Zeit Einfluss auf die Politik der SPD und damit auf das bereits belastete Klima in der Koalition haben, schreibt die SZ.

Im Fazit der Präsentation heiße es zwar: „Die SPD ist im Hinblick auf ihre politischen Inhalte prinzipiell gut aufgestellt, ihre Politikansätze stoßen auf Akzeptanz und bieten teilweise sogar Abgrenzungsmöglichkeiten zur Union.“ Allerdings heiße es daran anschließend, das „Imageproblem“ der SPD verhindere, „dass man sich mit ihr über die Parteigrenzen hinweg auseinandersetzt, dass ihre Inhalte rezipiert werden und man sich vorstellen kann, sie zu wählen“.

Während die Union einen „sehr konsistenten Markenkern“ habe und es „in außerordentlicher Weise“ verstehe, ihren „Leitwert“ Sicherheit mit Leben zu füllen, sei der Markenkern der Sozialdemokraten „nach wie vor beschädigt“.

Als Gründe werden laut SZ folgende Punkte genannt: „Hartz IV, keine erkennbare Zielgruppenpolitik, zu wenig erkennbares wertegeleitetes Handeln, gefühltes Desinteresse der SPD an der Lebenswirklichkeit der arbeitenden Mitte, keine Antworten auf ihre Erwartungen an Leistungsgerechtigkeit“.

In der Präsentation werde darüber hinaus zwischen „SPD-affinen“ und „Unions-affinen“ Personen differenziert. Demnach haben die Sozialdemokraten in den Augen der „SPD-affinen“ Personen zwar durchaus einen „überzeugenden Markenkern“, vermittelten aber „den Eindruck von Schwäche“, grenzten sich „zu wenig von der Union ab“, träten „zu wenig entschlossen für ihre Positionen ein“ und machten „zu viele Kompromisse“. Die SPD handelt aus ihrer Sicht „zu sehr strategisch, zu wenig aus Überzeugung“, hat „wenig Raum für Profilierung in der großen Koalition“ und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) „personell nicht genug entgegenzusetzen“.

Aus Sicht der „Unions-Affinen“ wiederum sei nicht zu erkennen, „für wen die SPD eigentlich Politik macht“.

Im Fazit der Präsentation heißt es laut SZ: „Die SPD muss wieder zu sich selbst finden, aus dem Herzen heraus und nicht wegen schlechter Umfragewerte Politik machen. Sie muss vor allem wieder erkennbar werden, auch wenn dies bedeutet, dass sie – wo nötig – Konflikte mit der Union eingehen muss.“

Die SPD müsse zeigen, dass sie die „Lebenswelten“ der 25- bis 45-Jährigen kenne, und ihnen „Anerkennung geben für ihre Arbeits- und Familienleistung“.

Entscheidend seien die „Familien- und Arbeitsmarktpolitik“. Hier müsse die SPD „langfristige Orientierung bieten“ und könne „mit neuen Politikansätzen unter Beweis stellen, dass Politik Einfluss nehmen kann und wer die Adressaten ihrer Politik sind“.

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