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25.07.2017

Studie Roboterärzte könnten europaweit Milliarden Euro sparen

In anderen Ländern sind Patienten gegenüber der neuen Technologie aufgeschlossener.

Berlin – Der großflächige Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin, insbesondere bei der der Diagnose von Krankheiten, könnte dabei helfen, schwere Krankheiten wesentlich früher zu erkennen und Millionen von Menschen besser zu therapieren: Krankenkassen und deren Beitragszahlern könnten dadurch in den kommenden Jahren Milliarden sparen. Das ist das Fazit einer Studie der Unternehmensberatung PwC, über die die „Welt“ berichtet.

Die Beratungsgesellschaft geht davon aus, dass der verstärkte Einsatz von künstlicher Intelligenz allein in Europa die Gesundheitskosten in den kommenden zehn Jahren um eine dreistellige Milliardensumme senken könnte. Wie sich durch die Nutzung künstlicher Intelligenz Gesundheitsausgaben einsparen lassen berechnen die Berater exemplarisch für drei besonders verbreitete Krankheitsbilder, nämlich Demenz, Brustkrebs und Fettleibigkeit.

Die Experten schätzen, dass sich durch den Einsatz intelligenter Algorithmen allein die EU-Gesundheitskosten für Übergewicht in den kommenden Jahren um rund 90 Milliarden Euro senken lassen. Durch die computerunterstützte frühzeitigere Diagnose und Behandlung von Demenz ließen sich im gleichen Zeitraum rund acht Milliarden Euro einsparen und durch eine frühzeitigere Diagnose und eine bessere Abwägung der Behandlungsmethoden bei Brustkrebs sogar schätzungsweise 74 Milliarden Euro.

Entscheidend für die Verbreitung künstlicher Intelligenz in der Medizin dürfte Aufgeschlossenheit der Patienten sein. „Wenn Patienten nicht bereit dazu sind, sich von KI-unterstützten Anwendungen untersuchen und medizinisch beraten zu lassen, können die derzeitigen technischen Entwicklungen überhaupt keine Ergebnisse bringen“, schreiben die Autoren der PwC-Untersuchung laut „Welt“. Zudem müssten die Patienten bereit sein, ihre persönlichen Gesundheitsdaten mit den Algorithmen zu teilen.

Eine Umfrage der PwC-Berater legt denn auch nahe, dass die Voraussetzungen für eine schnelle Verbreitung von KI in der Medizin hierzulande im Moment nicht besonders günstig sind: 51 Prozent der in Deutschland Befragten lehnt demnach ab, sich im Krankheitsfall von einem Computer oder Roboter diagnostizieren, beraten und behandeln zu lassen – und nicht von einem Arzt. Nur 41 Prozent würden allein der künstlichen Intelligenz vertrauen.

In anderen Ländern sind die Patienten gegenüber der neuen Technologie aufgeschlossener: In Schweden, Norwegen, Belgien und den Niederlanden überwiegt die Bereitschaft zur KI-Diagnose und -Behandlung und in der Türkei würden sogar 85 Prozent eher den Rat des Roboters suchen, wenn er bessere Sprechzeiten hätte als ein Arzt und die Diagnosedaten effizienter auswerten könnte.

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