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Studie Ländliche Regionen bieten zu wenig Ganztags-Kitas

München – Viele deutsche Kindergärten bieten zu kurze Öffnungszeiten an. Nach einer Untersuchung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) gibt es vor allem in ländlichen Regionen viele Kitas, die Kinder nur halbtags betreuen. Besonders ausgeprägt ist der Mangel an Ganztagesplätzen demnach in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern. Laut Bericht der Süddeutschen Zeitung über die DJI-Untersuchung schneiden die niedersächsischen Kreise Wittmund und Holzminden-Land am schlechtesten ab: In Wittmund haben 97 Prozent der Kinder einen Halbtagesplatz mit weniger als fünf Stunden Betreuungszeit. Im Kreis Holzminden gibt es demnach für weniger als ein Prozent aller Kinder einen Ganztages-Platz im Kindergarten.

In westdeutschen Städten, das zeigt die Auswertung auch, ist Ganztags-Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen inzwischen Standard. So erreichen manche Städte – darunter Köln, München und Heidelberg – bei der Ganztagsbetreuung Quoten, die bisher nur in Ostdeutschland festzustellen waren. In diesen Städten kommt es nach DJI-Angaben auch nur selten vor, dass Kinder überhaupt nicht in einen Kindergarten gehen. Deutlich mehr als neunzig Prozent der Drei- bis Sechsjährigen besuchen dort eine Kita, so die Untersuchung.

Der DJI-Chef Thomas Rauschenbach sieht das als Hinweis darauf, dass die in der Integrationsdebatte diskutierte Pflicht zum Kita-Besuch wenig ändern würde: „Die meisten Migranten leben in größeren Städten – doch da sind die Besuchsquoten der Kindergärten selbst bei Dreijährigen kaum noch steigerbar“, sagt Rauschenbach. Was nach den Vorstellungen von Politikern wie dem Berliner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky Pflicht werden soll, werde in den Städten demnach von den Kindern meist schon erfüllt, so Rauschenbach zur Süddeutschen Zeitung.

22.09.2010 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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