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Strohhalm für Arsenal und Arsene

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17.02.2012

FA Cup Strohhalm für Arsenal und Arsene

Achtelfinale in Sunderland – Letzter Titel 2005.

Düsseldorf/London – Arsene Wenger ist ein Mann von Welt. Dieses Flair hat der elegante Elsässer auch dem englischen Fußball-Traditionsklub FC Arsenal in mittlerweile mehr als 15 Jahren Tätigkeit als Teammanager übertragen. Mit einem Stilwandel vom typisch britischen Kraftfußball hin zu modernem Kombinationsspiel hat der Franzose die “Gunners” zu einem der Schwergewichte in Europa gemacht. Die Belege der Erfolgsgeschichte: Drei Meistertitel, vier Siege im FA-Cup, 1998 und 2002 jeweils das Double, das Champions-League-Finale 2006 und Dauerteilnahmen in der Königklasse.

Seit Mittwoch und dem 0:4 im Achtelfinal-Hinspiel beim AC Mailand ist alles anders – eigentlich aber schon länger. Arsenal droht eine siebte Saison in Folge ohne Titel – der FA-Cup ist der letzte Strohhalm. In der Runde der letzten 16 tritt der Klub aus Nordlondon am Samstag beim Liga-Rivalen FC Sunderland an. “Diese Saison ist noch nicht vorbei”, sagte Wenger. “Wir haben ein großes Spiel am Samstag und eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass wir Charakter und mentale Stärke haben, eine Antwort auf eine derart schockierende Niederlage zu geben.”

Druck im Kampf um die Champions-League-Qualifikation

Arsene Wenger ist bemüht, das Wenige zusammenzuhalten, das derzeit noch da ist – sportlich und mental. “Man könnte sich gegenseitig Vorwürfe machen. Aber wir müssen zusammenhalten und das nächste Spiel gewinnen. Eine derartige Enttäuschung hat natürlich Einfluss auf das Selbstvertrauen”, sagte der 62-Jährige. Für den FC Arsenal ist es das wohl schwerste Jahr in der Ära Wenger. Die Champions League ist mit dem Rückspiel ziemlich sicher beendet. Dafür muss sich der Klub neu qualifizieren. Derzeit belegt man in der Premier League noch den vierten Platz, doch die Konkurrenten wie der FC Chelsea oder Newcastle United sitzen im Nacken.

Der Abstand zu Spitzenreiter Manchester City beträgt 17 Punkte. Dass man von der Spitze auch tatsächlich so weit entfernt ist, hat sich bereits früh abgezeichnet. Kurz vor dem Eintreffen von Nationalspieler Per Mertesacker, der von Werder Bremen kam, ging Arsenal 2:8 bei Manchester United unter. Acht Gegentore hatte es davor im Jahre 1896 gegeben. Fragen nach seiner Person hatte Wenger seinerzeit ganz besonnen pariert: “Ich gebe nicht auf. Man sollte mir zumindest etwas Zeit geben, bevor man mich infrage stellt.”

Verlust von Stars wie Fabregas und Nasri

Dieses Recht hat sich Arsene Wenger allemal erarbeitet. Er hat den Klub in die moderne Zeit geführt. Doch gegen Angriffe mächtiger und finanzkräftiger Konkurrenten ist auch der FC Arsenal machtlos. Abgänge der Stars Cesc Fabregas (FC Barcelona), Emmanuel Eboue (Galatasaray Istanbul), Gael Clichy und Samir Nasri (beide Manchester City), die rund 60 Millionen Euro in die Klubkasse spülten, sind auf Dauer nicht so einfach durch Talente zu ersetzen.

Die “Gunners” sitzen nun auf dem Geld, das man nicht so ohne weiteres auf den Transfermarkt werfen will. Dafür hat Ex-Spieler Emmanuel Petit, der 1998 das Double unter Wenger gewann, einerseits Verständnis, sagt aber auch: “Seit zwei Jahren geht es nur bergab, und man tut nichts gegen den Trend.” Von Spielern wie Andrej Arschawin oder dem häufig verletzten ehemaligen Bundesliga-Star Tomas Rosicky müsse man sich zum Beispiel trennen, so der französische Weltmeister.

Gedanken an Abschied sorgen für Wirbel

Die schwindende Zugkraft des FC Arsenal hat Wenger auch nachdenklich gemacht. Als Fabregas und Nasri den Verein verlassen hatten, sorgte er mit Gedanken an einen Abschied für Wirbel. “Was hart ist, ist das Gefühl, dass etwas zu Ende geht”, sagte er in einem Interview mit der “L’Equipe” im November. “Du hattest ein Projekt mit Spielern, die du mit 18 verpflichtet hast und die mit 23 weggehen. Das ist nicht, wovon du geträumt hast.” Wenger betonte, dass er sich eine so lange Amtszeit wie sie Sir Alex Ferguson bei Manchester United hinter sich hat, nicht vorstellen kann. “Meiner Ansicht nach reden wir hier über eine kurzfristige Zukunft. Das ist offensichtlich”, sagte Wenger. Sein Vertrag mit dem FC Arsenal läuft noch bis 2014.

Wie es gegenwärtig im Kopf von Wenger aussieht, kann man nur erahnen. Am Samstag geht es zunächst darum, die letzte Chance auf den ersten Titel seit 2005 zu erhalten. Dies müssen die Londoner ohne die verletzten Innenverteidiger Mertesacker und Laurent Koscielny schaffen.

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