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Alexander Gauland

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23.04.2015

Streit in AfD Gauland attackiert Lucke

„Herr Lucke eint keineswegs die Partei, sondern er spaltet sie weiter.“

Berlin – Im parteiinternen Konflikt um den Chef der Alternative für Deutschland (AfD) in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, erhebt Bundespartei-Vize Alexander Gauland schwere Vorwürfe gegen Parteichef Bernd Lucke. „Herr Lucke eint keineswegs die Partei, sondern er spaltet sie weiter“, sagte Gauland dem „Handelsblatt“ (Online-Ausgabe). „Er will sich mit seiner Linie durchsetzen – und da ist Pretzell und der Landesverband Nordrhein-Westfalen ein schwerer Brocken auf dem Wege, den er gerne beiseite geräumt hätte.“

Zuvor hatte der AfD-Bundesvorstand massive Kritik an Pretzell geübt. Mit fünf von neun Stimmen sprach sich die Spitze der Partei am Dienstag für eine Abmahnung gegen Pretzell aus. Zur Begründung hieß es unter anderem, Pretzell, der die AfD auch im Europaparlament vertritt, habe „mehrfach“ eine „falsche oder geschönte Darstellung eigener Verfehlungen gegenüber der Mitgliedschaft des Landesverbandes NRW verbreitet“. Konkrete festgelegte Konsequenzen sind mit der Abmahnung nicht verbunden.

Gauland, der auch Chef der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag ist, zeigte sich entsetzt über den Umgang der Parteispitze mit Pretzell. „Für mich ist das eine Schmierenkomödie.“ Die Untersuchung zur Causa Pretzell habe mit Neutralität nichts zu tun. „Ich habe noch nie ein juristisches Gutachten gelesen, bei dem am Ende erklärt wird, es sei zwar kein Schaden entstanden, aber Herr Pretzell müsse dennoch zurücktreten.“

Und im selben Atemzug würden gleich Vorschläge für seine Nachfolger präsentiert. „Das ist so unsäglich, dass ich alles ablehne, was in diesem Zusammenhang unternommen wird. Es ist doch offensichtlich, dass hier versucht wird, Herrn Pretzell fertig zu machen. Dafür gebe ich mich nicht her.“

Scharfe Kritik äußerte Gauland auch am Vorgehen des Bundesvorstands, den Bericht der von der Parteispitze eingesetzten Sonderprüfer auf der AfD-Webseite zu veröffentlichen. „Dass das Gutachten im Internet veröffentlicht wurde, ist Teil der Schlammschlacht gegen Herrn Pretzell. Für mich ist völlig inakzeptabel, dass daran AfD-Politiker mitgewirkt haben“, sagte er.

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