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Streit bei 1860 München um das Engagement des Investors

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19.01.2012

1860 München Streit bei 1860 München um das Engagement des Investors

“Wir treten ihm seit einem halben Jahr vor das Schienbein”.

Belek – Eigentlich wäre Belek der perfekte Ort gewesen, in Ruhe und frei von Emotionen die atmosphärischen Störungen beim TSV 1860 München auf dem kurzen Dienstweg zu beseitigen. Doch es kam anders im Trainingslager an der türkischen Riviera: Als Geschäftsführer Robert Schäfer (36) im bitterkalten Antalya einflog, hob Präsident Dieter Schneider (64) keine 15 Stunden später in Richtung München ab. Alles Zufall? Vielleicht. Dabei hätten die Protagonisten des Zweitliga-Sechsten einiges zu besprechen gehabt – vor allem die alles andere als runde Partnerschaft mit Investor Hasan Ismaik.

Während Schneider verbittert um die Rechte des TSV 1860 kämpft und nicht zulassen will, dass der Deutsche Meister von 1966 aus der Wüste regiert wird, will Schäfer neue Wege mit dem Traditionsklub gehen – und zwar bedingungslos mit Ismaik, dem ersten arabischen Geldgeber im deutschen Profi-Fußball. Deswegen mahnt Schäfer aus Belek den Präsidenten: “Ismaik hat uns geholfen, sein Geld gegeben – und was machen wir? Wir treten ihm seit einem halben Jahr gegen das Schienbein.”

Tatsächlich hat der Multi-Millionär aus Jordanien die Löwen im vergangenen Mai vor dem Konkurs gerettet, als er mit 18,4 Millionen Euro die Schulden des maroden Zweitligisten getilgt hat. Dafür bekam Ismaik als Gegenleistung 49 Prozent der stimmberechtigten Anteile des TSV 1860 – und weil die Löwen zuletzt bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für die Lizenz ein Eigenkapital von 2,3 Millionen Euro nachweisen mussten, hat Ismaik dem Verein nun auch für eine Million Euro auch noch die Fanartikel GmbH abgekauft. Die restlichen 1,3 Millionen Euro werden mit einem Darlehen berechnet. Die Löwen hängen am Tropf des Investors.

Obwohl sich der TSV 1860 an einen Geldgeber verkauft hat, sieht Schäfer darin eine große Chance. “Die Fans müssen keine Angst haben, dass der Löwe durch ein Kamel ausgetauscht wird. Ismaik gibt 1860 eine historische Chance. Wir haben mit ihm eine realistische Chance, in die Bundesliga aufzusteigen. Wir müssen langsam anfangen, die Partnerschaft mit dem Investor zu leben und Vertrauen aufzubauen. Bislang haben wir es schlecht gemacht.”

Ein Miteinander ist beim Münchner Traditionsklub notwendiger denn je, denn laut Schäfer stand Ismaik im Dezember kurz davor, beim TSV 1860 nach nur einem halben Jahr wieder auszusteigen. “Es war eine sehr schwierige Situation”, bestätigte der Löwen-Geschäftsführer in Belek. “Ismaik hat sich gesagt: Wenn die mein Geld nicht wollen, dann eben nicht.” Am Ende siegte dann doch die Vernunft – oder war’s doch eher der Kick, aus 1860 eine große Nummer auf der internationalen Fußball-Landkarte machen zu wollen?

Den schnellen Erfolg sieht selbst Ismaik nicht nahen, denn einen großen Umbruch wird’s auch im Sommer nicht beim TSV 1860 geben. Aber der Jordanier hat dennoch große Ziele: “Ich würde mir wünschen, dass wir in zehn Jahren mit dem FC Barcelona auf einer Stufe sind.” Der Aufbau einer Mannschaft mit hohen Niveau soll behutsam erfolgen. “Ich sehe keinen Anlass für einen Umbruch. Die Mannschaft ist ausgewogen und in Balance. Deshalb werden wir keine verrückten Sachen machen”, sagt Schäfer.

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