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Generalstreik legt Indien lahm

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20.02.2013

Proteste Generalstreik legt Indien lahm

Proteste gegen Wirtschaftspolitik der Regierung.

Neu Delhi – Millionenfacher Protest gegen die Wirtschaftspolitik von Regierungschef Manmohan Singh: In Indien hat am Mittwoch ein zweitägiger Generalstreik begonnen und weite Teile es öffentlichen Lebens lahmgelegt. Landesweit waren Märkte, Geschäfte, Schulen, Beamtenstuben, Banken und Versicherungen geschlossen, der Straßen- und Bahnverkehr war teils stark eingeschränkt, wie der Fernsehsender NDTV berichtete. Indiens Finanzzentrum Mumbai war durch die Arbeitsniederlegung tausender Mitarbeiter paralysiert.

Die Gewerkschaften schätzten, dass sich 100 Millionen Arbeitnehmer an dem Ausstand beteiligten. AITUC-Generalsekretär Gurudas Dasgupta sagte, man habe sich zu der Massenaktion entschlossen, weil die Regierung keinerlei Bewegung zeige, die hohe Inflation zu stoppen, die Privatisierung von profitablen Staatsunternehmen einzustellen und geltende Arbeitsgesetze durchzusetzen.

Die Folge: Überfüllte U-Bahnen und Busse. Zudem gab es keine Autorikschas und keine Taxen auf den Straßen. Die Einwohner der indischen 14-Millionen-Metropole Neu Delhi bekamen am Mittwoch die volle Wucht des Streiks gegen die Politik der regierenden Vereinten Progressiven Allianz (VPA) unter Premier Singh zu spüren. Elf große Gewerkschaftsverbände hatten dazu aufgerufen. Der „Bharat Bandh“, der Indien-Ausstand, betraf nicht nur die Hauptstadt, sondern das gesamte Riesenland, wenn auch unterschiedlich hart.

Verluste in Milliardenhöhe

Premier Singh hatte laut Press Trust of India die Gewerkschaften zum Verzicht auf den Streik aufgefordert und Gespräche angeboten. Er warnte vor hohen Verlusten für die Wirtschaft. Die Vereinigung der Industrie- und Handelskammern schätzt den Schaden durch den Ausstand auf bis zu 200 Milliarden Rupien (2,8 Milliarden Euro). Singh erklärte, seine Regierung habe zu einigen Gewerkschaftsforderungen bereits Maßnahmen ergriffen und mit anderen befasse man sich.

Hohe Inflation

Die Gewerkschaften schätzen die Lage hingegen ganz anders ein. Ihr Forderungskatalog besteht aus zehn Punkten. Ganz oben: strikte Maßnahmen zur Kontrolle der Verbraucherpreise, die im Januar durchschnittlich um 10,6 Prozent in die Höhe geschossen waren. Am empfindlichsten verteuerten sich Gemüse (26 Prozent), Speiseöl (15 Prozent) sowie Zucker und Hülsenfrüchte (jeweils 12,8 Prozent).

Gefordert werden unter anderem zudem mehr Arbeitsplätze, die Erhöhung des Mindestlohns auf monatlich 10.000 Rupien, ein Netz sozialer Sicherheit für alle Beschäftigten, die Abschaffung der unterbezahlten Vertragsarbeit sowie ein Verbot von Auslandsdirektinvestitionen in verschiedenen Branchen. Die Regierung wird sich mit allen Forderungen intensiv befassen müssen, denn im nächsten Frühjahr stehen Parlamentswahlen an.

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