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Strauss-Kahn meldet sich zu Wort

© AP, dapd

29.04.2012

Wahl in Frankreich Strauss-Kahn meldet sich zu Wort

Einstiger Hoffnungsträger der Sozialisten sieht sich als Opfer einer konservativen Verschwörung.

Frankfurt/Main – Der einstige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) und Hoffnungsträger der französischen Journalisten, Dominique Strauss-Kahn, sieht sich als Opfer einer politischen Verschwörung. Gut eine Woche vor der Stichwahl um das französische Präsidentenamt erhob Strauss-Kahn schwere Vorwürfe gegen die Konservativen um Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Seine politischen Gegner hätten seine Bewerbung um das Präsidentenamt vernichtet, sagte er in einem Interview der britischen Zeitung „Guardian“.

Zwar glaube er nicht, dass der Zwischenfall mit einem Zimmermädchen in einem New Yorker Hotel vor einem Jahr arrangiert worden sei, allerdings sei es kein Zufall gewesen, dass strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet wurden, erklärte Strauss-Kahn. Der 63-Jährige sagte in dem Interview, das am Samstag veröffentlicht wurde, er sei schon Wochen vor dem Vorfall in New York vom französischen Geheimdienst überwacht worden. Agenten mit Verbindungen zu Sarkozy hätten seine Telefongespräche abgehört und sichergestellt, dass das Zimmermädchen sich an die Polizei gewandt habe.

Einstiger Favorit für die Präsidentschaftskandidatur

„Vielleicht war ich politisch naiv, aber ich habe einfach nicht geglaubt, dass sie so weit gehen würden“, sagte Strauss-Kahn, der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds, dem Journalisten Edward Jay Epstein. „Ich habe nicht geglaubt, dass sie etwas finden könnten, das mich stoppen könnte.“ Epsteins E-Book über den Skandal erscheint unter dem Titel „Three Days In May“ am Montag.

Bis zu dem Vorwurf der versuchten Vergewaltigung galt Strauss-Kahn als Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Sozialisten. Am 14. Mai 2011 wurde er wegen versuchter Vergewaltigung eines Zimmermädchens festgenommen und kam in Haft. Später wurde er unter Hausarrest gestellt. Ende August bat die Staatsanwaltschaft darum, die Klage fallen zu lassen, weil die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers erschüttert sei. Die Frau will zivilrechtlich gegen Strauss-Kahn vorgehen.

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