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Strahlung Absturz-Ursache russischer Sonde?

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31.01.2012

Russland Strahlung Absturz-Ursache russischer Sonde?

Möglicherweise minderwertige Computerkomponenten.

Moskau – Kosmische Strahlung war nach Angaben der russischen Weltraumbehörde Roskosmos vermutlich der Grund für das Versagen der Marsmondsonde “Phobos-Grunt”. Zwei Komponenten des Computersystems seien während der zweiten Erdumrundung in einen energiesparenden Restart-Modus gegangen, sagte der Chef des Raumfahrtagentur Wladimir Popowkin am Dienstag laut russischer Nachrichtenagenturen.

Untersuchungen hätten ergeben, dass der wahrscheinliche Grund dafür “lokale Einwirkungen schwerer kosmischer Partikel” gewesen seien. Weiter unklar blieb, warum die betroffenen Computerkomponenten nicht wieder in den normalen Betriebsmodus versetzt werden konnten.

Der Ausfall der Sonde war für die russische Raumfahrt ein schwerer Schlag. Anfangs deutete Popowkin noch an, ausländische Sabotage könne ein möglicher Grund für den Defekt gewesen an. Am Dienstag präsentierte er in Woronesch dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Dmitri Rogosin den Untersuchungsbericht.

Einige der zum Bau der Sonde verwendeten Mikrochips seien importiert worden und hätten möglicherweise nicht die Qualität aufgewiesen, um der Strahlung zu widerstehen, wurde Popowkin zitiert. Verantwortlich dafür machte er den Moskauer Hersteller NPO Lawotschkin. Dieser hätte mit der Möglichkeit rechnen müssen, dass Strahlung den Betrieb der Sonde stört. Die Verantwortlichen würden dafür bestraft werden, kündigte Popowkin an.

Die 120 Millionen Euro teure Sonde war am 9. November vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet. Allerdings zündeten die Marschtriebwerke für den Weiterflug zum Marsmond Phobos nicht. Dort sollte die Sonde Bodenproben nehmen und diese im August 2014 zur Erde bringen. Am 15. Januar stürzten Trümmer der Sonde in den südlichen Pazifik.

Das russische Raumfahrtprogramm musste in den vergangenen Monaten verschiedene Rückschläge hinnehmen. Im August stürzte ein unbemannter Raumtransporter auf dem Weg zur internationalen Raumstation ISS ab. In der Folge wurden bemannte Flüge zur ISS verschoben, weil zuerst der Defekt an der Sojus-Trägerrakete aufgeklärt werden sollte. Eine Rakete ähnlichen Typs sollte auch die Astronauten zur ISS tragen.

Am Dienstag meldeten russische Nachrichtenagenturen, dass ein für den 30. März geplanter Flug zur ISS um 45 Tage verschoben wurde, weil bei Tests festgestellt worden sei, dass die Versiegelung der Sojus-Raumkapsel nicht einwandfrei funktionierte.

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