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Werbung für SPD-Mitgliederentscheid auf SPD-Parteitag

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20.11.2013

Steinbrück SPD-Mitgliedervotum „kein Selbstgänger“

„Der Fisch ist noch nicht gebürstet.“

Berlin – Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat Zweifel an einem positiven Ausgang des SPD-Mitgliedervotums zur Großen Koalition: „Meine Wahrnehmung ist, dass dieses Mitgliedervotum kein Selbstgänger ist. Der Fisch ist noch nicht gebürstet“, sagte Steinbrück in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Er appellierte an die Mitglieder, ihre Führung mit einer deutlichen Mehrheit zu unterstützen: „Wir haben frühzeitig gesagt, dass wir dieses Votum akzeptieren, wie immer es ausgeht. Das heißt, auch wenn es 52 zu 48 ausgeht, wird man dieses Votum des Souveräns der SPD akzeptieren müssen. Natürlich ist uns allen klar, dass ein so knappes Ergebnis für die Gesamtlage der SPD ein ziemlicher Brocken im Rucksack wäre.“

Das Bild der SPD werde von ihren Regierungsmitgliedern in Bund und Ländern und von ihrer Bundestagsfraktion geprägt. „Die Partei muss einen programmatischen Rahmen bereitstellen, aber sie muss diejenigen im Schaufenster unterstützen, wenn sie Profil entfalten und ihre Kompetenz zeigen will. Über das öffentliche Wahrnehmungsbild entscheiden nicht die Delegierten auf einem Parteitag, sondern es sind die Frontfrauen und -männer einer Regierung in der Bundestagsfraktion.“

Scharfe Kritik übte Steinbrück an den Medien. Er machte deutlich, dass er im Wahlkampf Respekt vermisst habe: „Ich habe in diesem Wahlkampf Erfahrungen gemacht, die ich vorher nicht für möglich gehalten habe, positive und negative. Der Respekt im Umgang zwischen Politik und Medien beschäftigt mich sehr.“

Er sei „ganz und gar nicht“ die beleidigte Leberwurst, frage aber: „Was heißt das für die Bewerbung und Auslese in unserer Demokratie, wenn Frauen und Männer nicht mehr in die Politik gehen wollen, weil sie das sich und ihren Familien nicht zumuten mögen?“ Mit dieser Frage müssten sich die Medien beschäftigen.

Der SPD-Politiker räumte zugleich ein, dass seine Honorarverträge an sich ein Problem gewesen seien. „Zwei Ex-Kanzler haben mir empfohlen, zu sagen: Das geht keinen Menschen etwas an. Punkt. Der Rat um mich herum war: Die bohren immer weiter, du kommst von der Streckbank nicht runter, also werde proaktiv, leg alles offen. Aber dieses Lindenblatt kriegen sie nicht so leicht vom Rücken weg, dass ein Sozialdemokrat auf Honorarbasis Vorträge hält und die dann auch noch in diesen Kategorien vergütet werden“, sagte Steinbrück.

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