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20.06.2011

Standard & Poor`s bekräftigt Haltung zu Zahlungsausfall Griechenlands

New York – Die Ratingagentur Standard & Poor`s (S&P) bekräftigt ihre Haltung, im Falle einer freiwilligen Umschuldung Griechenlands griechische Staatsanleihen wahrscheinlich als Zahlungsausfall zu bewerten. Zwar könnte S&P nicht von vornherein sagen, dass jede Form der Umschuldung einen Zahlungsausfall bedeute. Aber: „Die Vergangenheit zeigt, dass es bei einem Land, dessen Kreditwürdigkeit wie Griechenland aktuell mit CCC bewertet wurde, in der Regel nicht zu einer freiwilligen Umschuldung gekommen ist und Investoren Verluste hinnehmen mussten“, sagte der Leiter des Länderbereichs Europa bei S&P, Moritz Krämer der „Welt“.

Bei einer Laufzeitverlängerung einer Anleihe würden Investoren schlechter gestellt, das würde einen Zahlungsausfall bedeuten und eine entsprechende Herabstufung S&Ps nach sich ziehen, sagte Krämer. Ob die Umschuldung freiwillig erfolge, spiele eine untergeordnete Rolle. „Entscheidend ist: Wie steht der Investor im Vergleich zu dem da, was ihm versprochen wurde, als er sein Geld investiert hat“, sagte Krämer. Der Länderanalyst warnte außerdem die Politik vor einem Aufschieben des griechischen Rettungspakets. „Wenn die nächste Tranche der Hilfsgelder an Griechenland nicht ausgezahlt wird, würde das die Gefahr eines Zahlungsausfalls im Juli erheblich erhöhen.“

Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon forderte, die Macht der Ratingagenturen zu brechen. „Europa muss sich vom Diktat der US-Ratingagenturen freimachen“, sagte der CSU-Politiker der „Welt“. „Es kann nicht sein, dass uns US-Agenturen im Ergebnis vorschreiben, wann die EZB eine Anleihe als Sicherheit akzeptieren darf und wann nicht“, sagte Fahrenschon. Viele Politiker hatten als Alternative zuletzt immer wieder eine Europäische Ratingagentur ins Spiel gebracht. Das EU-Parlament hatte der EU-Kommission vor kurzem Vorschläge für eine europäische Ratingstiftung unterbreitet. „Wir stehen der Gründung einer Europäischen Ratingstiftung offen gegenüber“, sagte Krämer.

S&P`s Erfolg basiere auf der Glaubwürdigkeit der Ratings, der sich nachprüfen lasse. „Durch den Eintritt neuer Agenturen würde sich in dieser Hinsicht nichts ändern.“ Der Deutschland-Chef von Fitch, Jens Schmidt-Bürgel, signalisierte, Ratingagenturen könnten künftig vermehrt über Ratingausblicke mögliche Herabstufungen ankündigen. „Das Instrument des Ratingausblicks ist ein hilfreiches Instrument, um den Markt auf mögliche Ratingänderungen vorzubereiten“, sagte er.

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