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Ermitlungen nun auch gegen Porsche-Aufsichtsräte

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12.02.2013

Marktmanipulation Ermitlungen nun auch gegen Porsche-Aufsichtsräte

Volkswagen-Patriarch Piëch ebenfalls betroffen.

Stuttgart – Wegen Verdachts der Marktmanipulation nimmt die Staatsanwaltschaft nach dem ehemaligen Porsche-Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking und Ex-Finanzvorstand Holger Härter nun auch den früheren Aufsichtsrat ins Visier. „Das Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zur Marktmanipulation wird jetzt geführt“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd. Betroffen seien alle zwölf Aufsichtsräte, die zwischen März und Oktober 2008 in dem Gremium waren.

Dem Kontrollgremium gehörten unter anderen der heutige Vorsitzende Wolfgang Porsche und der heutige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch an. Von den Ermittlungen ist aber auch die Arbeitnehmerseite unter anderen mit dem mächtigen Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück betroffen. Für den Vorwurf der Beihilfe zur Marktmanipulation droht ihnen im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten oder eine Geldstrafe.

Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ hatte über die Ermittlungen zuvor in seiner Online-Ausgabe berichtet. Die Behörde hatte im Dezember Klage gegen Wiedeking und Härter erhoben. Sie sollen mit falschen Behauptungen zu einer möglichen Übernahme von Volkswagen im Jahr 2008 den Markt manipuliert haben.

Staatsanwaltschaft wirft Porsche falsche Angaben vor

Wiedeking und Härter wollten mit dem Sportwagenbauer, den sie in den 90er Jahren noch vor der Pleite bewahrten, den ungleich größeren Volkswagen-Konzern übernehmen. Das Vorhaben scheiterte jedoch, am Ende wurde Porsche von VW geschluckt. Wiedeking und Härter mussten abtreten. Finanzieren wollte Porsche die geplante Übernahme mit komplizierten Aktiengeschäften. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, dass die beiden die Börse nicht korrekt über die Pläne informiert haben.

Porsche habe vom 10. März bis 2. Oktober 2008 in mindestens fünf öffentlichen Erklärungen eine bereits bestehende Absicht zur Aufstockung seiner VW-Beteiligung auf 75 Prozent dementiert. Nach Ansicht der Staatsanwälte hatten die Beschuldigten jedoch spätestens im Februar 2008 den Plan gefasst, ein Jahr später mit einer 75-Prozent-Beteiligung einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag durchzusetzen.

Härter muss sich im Zusammenhang mit den Übernahmeplänen bereits seit September vor dem Landgericht Stuttgart wegen Kreditbetrugs verantworten. Wann das Verfahren gegen ihn und Wiedking wegen des Manipulationsverdachts vor dem Stuttgarter Landgericht beginnt, ist noch offen. Möglich wäre eine Eröffnung noch in diesem Jahr.

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