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Spielautomaten-Branche bangt um ihre Zukunft

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16.01.2012

Glücksspiele Spielautomaten-Branche bangt um ihre Zukunft

Massive Nachteile aus neuem Glücksspielstaatsvertrag erwartet.

Düsseldorf – Die deutschen Hersteller von Glücksspielautomaten sehen für ihre Zukunft schwarz. Die Branche erwarte massive wirtschaftliche Nachteile aus dem in diesem Jahr in Kraft tretenden neuen Glücksspielstaatsvertrag, berichtete der Verband der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) am Montag in Düsseldorf.

Die in dem Vertragswerk vorgesehenen Einschränkungen für den Spielhallenbetrieb könnten in den nächsten fünf Jahren viele der rund 5.000 überwiegend mittelständischen Automatenhersteller in die Pleite treiben, warnte der VDAI-Vorsitzende Paul Gauselmann. Damit gefährdet seien rund zwei Drittel der über 70.000 Arbeitsplätze in der deutschen Automatenindustrie.

In der Kritik der Spielautomatenhersteller stehen insbesondere die geplanten kürzeren Öffnungszeiten für Spielhallen und eine zahlenmäßige Reduzierung der dort aufgestellten Automaten. Hinzu kämen Mindestabstände zwischen Spielhallen und ein Verbot für Mehrfachkonzessionen, mit denen bislang der Betrieb auch größerer Spielhallen möglich gewesen sei.

Den neuen Glücksspielvertrag hatten im Dezember 15 der 16 Bundesländer ratifiziert. Eine Zustimmung der EU-Kommission steht aber noch aus. Im Kern wollen die Bundesländer vor allem den Markt für Sportwetten begrenzt für private Anbieter öffnen, dabei aber das Lottomonopol des Staates erhalten.

Gauselmann, Chef der gleichnamigen Spielautomatenfirma, warf der Politik vor, sich mit den geplanten Einschränkungen beim gewerblichen Automatenspiel “vermeintliche Konkurrenz vom Halse schaffen” zu wollen. Als Folge wanderten die Spieler immer mehr zu den Internet-Casinos ab, die aber überwiegend im Ausland residierten und dem deutschen Staat keine Steuereinnahmen brächten.

Trotz der aus ihrer Sicht finsteren Zukunftsaussichten konnte die Branche 2011 leicht zulegen. Der Gesamtumsatz stieg laut VDAI gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Davon stammten 80 Prozent aus dem Geschäft mit Geldgewinnspiel-Geräten. Die Zahl der in Spielhallen und Kneipen aufgestellten Automaten ist dagegen bereits seit Jahren rückläufig. Mit etwa 279.000 lag sie 2011 um knapp zehn Prozent niedriger als 2005.

Der VDAI äußerte sich in Düsseldorf anlässlich der dort am Dienstag beginnenden Internationalen Fachmesse für Unterhaltungs- und Warenautomaten (IMA). Bis Freitag präsentieren etwa 200 Aussteller neue Entwicklungen unter anderem bei Spielautomaten, Wetten und Spielhallenausstattungen. Erwartet werden 9.000 Fachbesucher.

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