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05.04.2010

„Spiegel Online“: Dax-Konzerne schütten Milliarden aus

Berlin – Die großen deutschen Konzerne schütten einem Bericht von „Spiegel Online“ zufolge in diesem Jahr rund 20 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus. Dabei seien die Gewinne vieler Unternehmen gesunken, die meisten hätten sogar Stellen gestrichen, meldete das Online-Portal am Montag unter Berufung auf eine eigene Umfrage unter den 30 Dax-Unternehmen.

Am meisten Geld verteilt demnach die Deutsche Telekom. Das Unternehmen zahle seinen Anteilseignern insgesamt 3,4 Milliarden Euro aus, allerdings habe der Konzern im vergangenen Jahr nur 353 Millionen Euro Überschuss erwirtschaftet. Die Telekom schütte damit fast zehn Mal mehr Geld an die Eigentümer aus, als sie unter dem Strich verdient habe. Gleichzeitig habe das Unternehmen im vergangenen Jahr 3,2 Prozent seiner Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut; das entspreche rund 4000 Jobs.

Noch drastischer sei die Lage bei ThyssenKrupp, berichtete „Spiegel Online“ weiter. Der Stahlgigant habe im vergangenen Jahr ein Minus von 1,8 Milliarden Euro angehäuft. Trotzdem bekämen die Anteilseigner eine Dividende von 139 Millionen Euro. Die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland habe das Unternehmen um fünf Prozent reduziert.

Manche Unternehmen reagierten dagegen auf die schlechte wirtschaftliche Lage. So streicht Daimler dem Bericht zufolge angesichts eines Verlusts von 2,6 Milliarden Euro die Dividende in diesem Jahr komplett. Ähnlich sehe die Dividendenpolitik bei K+S aus. Das Bergbauunternehmen habe im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang um rund 90 Prozent hinnehmen müssen – und senke entsprechend auch seine Dividende um rund 90 Prozent.

Bei der Mehrheit der Großkonzerne sei dies jedoch anders. Mehr als die Hälfte der Dax-Unternehmen hätten im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang oder gar einen Fehlbetrag verzeichnet. Aber nur zwölf Firmen würden ihre Zahlung an die Aktionäre reduzieren.

Insgesamt bauten 22 Dax-Konzerne im vergangenen Jahr Stellen in Deutschland ab, wie „Spiegel Online“ meldete. Nur neun von ihnen schütten demnach weniger oder gar kein Geld an die Aktionäre aus. Die anderen 13 würden trotz Jobabbaus die gleiche Dividende wie im Vorjahr oder sogar mehr auszahlen. Ein solches Unternehmen sei auch die Deutsche Bank: Die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland sei im vergangenen Jahr um zwei Prozent gesunken – doch die Dividende steige um 50 Prozent.

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