Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Britisches Kampfflugzeug Eurofighter Typhoon

© über dts Nachrichtenagentur

07.11.2014

"Speerspitze" Nato stellt erstmals Großmanöver in Osteuropa in Aussicht

„Wir werden eine schnelle Eingreiftruppe der Nato aufbauen.“

Brüssel – Die Nato hat erstmals Manöver mit mehreren Zehntausend Soldaten in den Grenzregionen zu Russland in Aussicht gestellt: „Wir haben bisher Großmanöver von 25.000 bis 40.000 Mann nur in den westlichen Nato-Ländern durchgeführt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in Zukunft auch in Osteuropa und im Baltikum machen“, sagte der verantwortliche Nato-Oberbefehlshaber für Nord- und Osteuropa, der deutsche Vier-Sterne-General Hans-Lothar Domröse, der „Welt“.

Seit dem Anschluss der Krim an Russland will das westliche Verteidigungsbündnis künftig die Abschreckung gegenüber Moskau und den Schutz der mittel- und osteuropäischen Staaten, die sich durch Russland bedroht fühlen, erhöhen. Dazu werden derzeit verschiedene militärische Maßnahmen ausgearbeitet, die den 28 Nato-Partnern Anfang 2015 zur Abstimmung vorgelegt werden sollen.

Nach den Worten Domröses wird die neue „Speerspitze“ der Nato, mit der das Bündnis schnell auf eine Bedrohung ihrer östlichen Mitglieder reagieren will, größer werden als bisher bekannt.

„Wir werden eine schnelle Eingreiftruppe der Nato aufbauen, die aus etwa 5.000 bis 7.000 Mann besteht und die innerhalb von zwei bis fünf Tagen im Einsatzgebiet sein kann. Einige Truppen dieser Nato-Eingreiftruppe, die wir auch „Speerspitze“ nennen, werden schon nach zwei Tagen im Einsatz sein, andere wohl erst nach drei oder fünf Tagen. Es wird also ein mehrstufiger Prozess sein.“

Bisher war bekannt, dass die „Speerspitze“ nur 3.000 bis 5.000 Soldaten umfassen soll.

Laut Domröse soll die Schaffung der neuen Kampftruppen schnellstmöglich umgesetzt werden. „Nach unseren Planungen soll die schnelle Eingreiftruppe im September 2015 beim Großmanöver `Trident Juncture` in Spanien, Italien und Portugal teilnehmen. Wenn alles planmäßig verläuft, kann die schnelle Eingreiftruppe bis Ende 2015 einsatzbereit sein.“

Der Nato-Oberbefehlshaber betonte, dass nicht alle 28 Nato-Länder an der neuen „Speerspitze“ teilnehmen werden, sondern nur diejenigen Länder, „die über die notwendige High-Tech-Ausrüstung und entsprechend ausgebildete Soldaten verfügen“. Auch Länder, die nicht Mitglied der Nato sind, könnten mitmachen.

„Wir planen so, dass jeweils sechs bis zehn Nationen für ein Jahr die neue Speerspitze bilden und danach gewechselt wird. Es wird nach bisheriger Planung in jedem Zyklus eine Führungsnation geben, wozu ganz sicher irgendwann auch Deutschland gehören wird.“

Die beteiligten Truppen würden an ihren bisherigen Standorten verbleiben und dann für Trainingsmaßnahmen oder Einsätze aus allen Teilen des Bündnisgebietes zusammengeführt. „Diese hoch mobilen Truppen müssen allerdings über eine riesige Luftflotte verfügen, damit sie schnell am Einsatzort sein können“, so Domröse weiter.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/speerspitze-nato-stellt-erstmals-grossmanoever-in-osteuropa-in-aussicht-74734.html

Weitere Nachrichten

Thomas Oppermann

© über dts Nachrichtenagentur

SPD Oppermann gegen Fortsetzung der großen Koalition

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hat sich gegen eine Neuauflage der großen Koalition nach der Bundestagswahl ausgesprochen. "Große Koalitionen sollten ...

Abd al-Fattah as-Sisi Al-Sisi

© über dts Nachrichtenagentur

Nach Anschlag auf koptische Christen Ägypten bombardiert Islamisten in Libyen

Ägypten hat als Reaktion auf den Anschlag auf koptische Christen am Freitag Extremisten in Libyen bombardiert. Das sagte Ägyptens Präsident am Abend. Es ...

Angela Merkel

© über dts Nachrichtenagentur

Merkel G7 planen Auflagen für „Internetfirmen“

Die G7-Staaten planen nach den Worten der deutschen Bundeskanzlerin "Auflagen für die Internetfirmen, damit das Internet nicht als Verbreitung für ...

Weitere Schlagzeilen