newsburger.de Nachrichten aus aller Welt

SPD-Logo
© über dts Nachrichtenagentur

Debatte um Kanzlergehalt SPD streitet über Steinbrück

„Die Managergehälter sind zu hoch, das ist das Problem.“

Berlin – In der SPD ist der Streit über die Kritik von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück an der Bezahlung deutscher Bundeskanzler voll entbrannt. In der „Bild-Zeitung“ (Montagausgabe) kritisierten mehrere SPD-Politiker Steinbrücks Äußerungen, andere nahmen ihn in Schutz.

SPD-Urgestein Hennig Scherf, langjähriger Bürgermeister von Bremen, sagte der Zeitung: „Die rund 220.000 Euro Jahresgehalt für eine Kanzlerin oder einen Kanzler sind eine gute Regelung. Kanzler, mit der 24-Stunden-Verantwortung für unser Land, müssen finanziell abgesichert sein. So abgesichert, dass sie ihr Gehalt auch nicht mit Vortragsreisen aufbessern müssen.“ Die Schieflage bestehe darin, dass einem VW-Chef rund 17,5 Millionen Euro in einem Jahr gezahlt werden: „Die Managergehälter sind zu hoch, das ist das Problem.“

Ähnlich äußerte sich Ex-SPD-Chef Björn Engholm: „Ich gehe davon aus, dass man vom Gehalt des Bundeskanzlers leben kann. Man darf die Einkünfte eines Kanzlers nicht mit den völlig überhöhten Bezügen mancher Vorstände vergleichen.“

Kritik übten auch die SPD-Bundestagsabgeordneten Carsten Sieling und Rüdiger Veit. Der führende SPD-Linke Sieling sagte: „Meine Hauptsorge ist, dass viele andere Berufe unterbezahlt sind. Und auf der anderen Seite kriegen manche viel zu viel – zum Beispiel in der Bankbranche. Darum sollten wir uns kümmern.“

Sein Fraktionskollege Veit erklärte: „Um Geld zu verdienen geht man nicht in die Politik, da muss man sich was anderes einfallen lassen. Die Diskussion über das Kanzlergehalt ist übrigens nicht neu und sollte deshalb nicht weiter verfolgt werden.“

Baden-Württembergs stellvertretende SPD-Vorsitzende Leni Breymaier kritisierte: „Steinbrück hat Recht mit seiner Feststellung, aber kein Fingerspitzengefühl. Das ist eine Debatte zur Unzeit. Wir sollten im Bundestags-Wahlkampf besser über Mindestlöhne reden und nicht über Kanzler-Gehälter.“

Dagegen sprangen die SPD-Abgeordneten Karl Lauterbach und Florian Pronold dem SPD-Kanzlerkandidaten bei. Wenn der Sparkassenpräsident ein Vielfaches des Gehalts der Kanzlerin verdiene, sei das keine leistungsgerechte Bezahlung. Peer Steinbrück habe nur eine Binsenweisheit wiederholt, sagte Pronold: „Was soll die Aufregung?“

Lauterbach erklärte, Steinbrück habe in der Sache vollkommen recht. Lauterbach: „Es kann nicht sein, dass das reichste Land Europas seinem Regierungschef eines der geringsten Gehälter zahlt.“

Unterstützung erhielt Steinbrück auch von Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky: „Für eine 24-Stunden-Verfügbarkeit im ganzen Jahr ist die Bezahlung nicht üppig. Viele Geschäftsführer Berliner Landesunternehmen verdienen mehr.“

31.12.2012 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

Weitere Meldungen

SPD-Sportpolitikerin Olympische Spiele nicht verantwortbar und nicht fair

Die Vorsitzende des Bundestagssportausschusses, Dagmar Freitag, hat die Entscheidung kritisiert, die Olympischen Sommerspiele stattfinden zu lassen. Die SPD-Politikerin sagte am Freitag im Inforadio vom rbb, aus Sicht der Athleten verstehe sie den Wunsch, an den ...

CDU Brok fordert Wohncontainer für Flutopfer

Der langjährige Europa-Parlamentarier Elmar Brok (CDU) regt an, die während der Flüchtlingskrise angeschafften Wohncontainer zu nutzen, um darin übergangsweise Betroffene des Hochwassers im Westen Deutschlands unterzubringen. ...

Grüne Hofreiter attackiert Union wegen Klimaschutz-Streit

Steigende Inzidenzen Lauterbach wirft Bundesregierung Untätigkeit vor

Kühnert Ampel-Koalition möglich

Nach Flut-Katastrophe Grüne fordern Reform der Schuldenbremse

Bundeswehr Middelberg und Mazyek fordern muslimische Seelsorger

Unwetter-Katastrophen NRW-Innenminister Reul fordert Sirenen-Pflicht

Flutkatastrophe Union warnt vor voreiligen Schuldzuweisungen

Folgen der Flutkatastrophe Politisch Verantwortliche benennen

Flutkatastrophen Linke und SPD plädieren für Elementarschadenversicherung

"Großer Fehler" Bosbach kritisiert Laschets Lacher in Erftstadt

NRW Grüne wollen Warnsirenen wieder aufstellen

CDU NRW will Hochwasserschutz an kleinen Flüssen verbessern

Einführung klimafreundlicher Technologien FDP-Chef kritisiert „bürokratische Selbstfesselung“

Starkregen und Flutkatastrophe NRW war nicht gut vorbereitet

Weil „Wir brauchen eine Impfung für junge Leute“

Frauenquote Aiwanger sieht Rassismus gegen Männer

Coronavirus Aiwanger gegen Nachteile für Ungeimpfte

Klöckner Müssen uns auf bundesweite Krisenszenarien vorbereiten

« Vorheriger ArtikelNächster Artikel »