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04.11.2015

SPD Schwesig will auch Mittelschicht-Familien steuerlich besser stellen

„Auch sie sollen unterstützt werden, möglichst sogar besser als heute.“

Berlin – Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will nicht nur ärmere sondern auch Mittelschicht-Familien steuerlich besser stellen: Selbst Familien mit Einkommen von 60.000 Euro jährlich „müssen sich keine Sorgen machen. Auch sie sollen unterstützt werden, möglichst sogar besser als heute“, sagte Schwesig im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe). „Für mich endet die Mitte der Gesellschaft nicht bei einem Jahresgehalt von 50.000 Euro.“

Beim weiteren Ausbau der Kinderbetreuung setzt die Familienministerin auf Rückenwind aus der Wirtschaft. Denn „Gelder für den Kita-Ausbau und die Verbesserung der Qualität sind keine Sozialleistungen, sondern knallharte Wirtschaftsinvestitionen“, sagte Schwesig. „Es kann nicht sein, dass der Staat eine immer umfassendere Kinderbetreuung organisiert, damit Arbeitnehmer ständig bereitstehen. Die Unternehmen müssen gerade Eltern bei der Arbeitszeit entgegenkommen.“

Auch könne es nicht sein, dass „Teilzeit noch immer einen schlechten Ruf“ habe. Dass sei wichtig, „damit es uns in Deutschland weiterhin wirtschaftlich so gut geht“. Am Bund-Länder-Kita-Gipfel an diesem Donnerstag nehmen daher auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände teil.

2016 startet Schwesig das Programm „KitaPlus“, das bundesweit 300 Modell-Kitas mit Randzeitenbetreuung fördert. Hier gehe es keinesfalls um die Einführung einer „rund-um-die-uhr“-Kita. Aber „wer in der Pflege, im Krankenhaus, im Einzelhandel oder im Schichtbetrieb arbeitet, braucht eine Kita, die auch nach 16:00 Uhr offen hat und im Ausnahmefall auch samstags und über Nacht“, so Schwesig.

Gerade alleinerziehende Frauen arbeiteten sehr oft in solchen Berufen. „Mit Kitas, die von 08:00 bis 16:00 Uhr geöffnet sind, haben sie nur wenige Chancen auf einen Job.“ Viele alleinerziehende Frauen seien daher auch ungewollt langzeitarbeitslos.

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