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Karl Lauterbach SPD 2009

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25.03.2016

SPD-Rentenexperte Vorstoß zur „Rente mit 70“ völlig abwegig

„Dieser Vorstoß ist völlig abwegig und aus der Zeit gefallen.“

Köln – Scharfe Kritik äußert der SPD-Rentenexperte Professor Karl Lauterbach an Äußerungen des Sparkassen-Chefs Georg Fahrenschon, der mit einem Anstieg des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre und darüber hinaus rechnet. „Dieser Vorstoß ist völlig abwegig und aus der Zeit gefallen“, sagte der Bundestagsabgeordnete Lauterbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstagsausgabe). Menschen, die von Altersarmut bedroht seien, müsse man anders helfen.

Bei einem Beruf, wie ihn Fahrenschon ausübe, liege die Lebenserwartung bei etwa 85 Jahren. Lauterbach fügte hinzu: „Wenn jemand sein Leben lang körperlich hart gearbeitet hat, beispielsweise in der Abfallwirtschaft, liegt die Lebenserwartung aber bei 73 Jahren. Diesen Unterschied scheint Fahrenschon nicht zu beachten:“ Dessen Vorstoß berücksichtige nicht den Unterschied zwischen Arm und Reich. Und auch nicht den Wunsch jedes Einzelnen, ob man lieber früher oder später in Rente gehen möchte, so der SPD-Mann.

Man könne die Probleme der Rente und der Altersarmut nicht lösen, „wenn man die Menschen so lange arbeiten lässt, dass sie ihre Rente gar nicht mehr genießen können“, betonte Lauterbach. Es seien andere Lösungen notwendig. So werde die Riester-Rente „von denen genutzt, die sie am meisten brauchen“.

„Wir müssen das Rentensystem überarbeiten“, führte der SPD-Politiker hinzu. Ein erster Schritt, um Altersarmut einzudämmen, sei die geplante Einführung der „Solidarrente“. Dies könne aber nicht der „letzte Schritt“ sein. Das Renteneintrittsalter heraufzusetzen sei jedenfalls die „schlechteste Lösung“.

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