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16.11.2015

SPD Nahles fordert mehr Homeoffice-Möglichkeiten von Wirtschaft

„Der Bedarf ist riesig.“

Berlin – Arbeitsministerin Andrea Nahles hat die Unternehmen aufgefordert, ihren Mitarbeitern mehr Möglichkeiten einzuräumen, auch von zu Hause zu arbeiten. „Der Bedarf ist riesig“, sagte Nahles der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe). Jedoch werde die Möglichkeit eines Homeoffice oft nur deshalb nicht genutzt, weil in den Unternehmen auf Anwesenheit während der Arbeitszeit Wert gelegt werde.

Sie verwies dabei auf eine Studie im Auftrag ihres Ministeriums, die zum IT-Gipfel der Bundesregierung in dieser Woche veröffentlicht werden soll. Demnach bietet nur ein Drittel der Unternehmen ihren Mitarbeitern an, ihre Arbeit auch im Homeoffice zu erledigen. Bei größeren Betrieben sieht es etwas besser aus. Hier erlauben es immerhin etwa die Hälfte. Obwohl die Mitarbeiter es wollen und trotz der verbesserten technischen Möglichkeiten, haben die Zahlen seit 2013 nicht zugenommen.

Nahles räumte ein, dass es Regionen in Deutschland gebe, wo Homeoffice ausgeschlossen sei, weil der Breitbandausbau noch nicht weit genug fortgeschritten sei. Auch gebe es Tätigkeiten, die man nicht von zu Hause erledigen könne. Das ist nach Meinung der Ministerin aber nicht ausschlaggebend. „Es geht vor allem um Präsenzkultur“, so Nahles. Das müsse sich ändern. „Das Homeoffice ist größtenteils technisch machbar und die Arbeitnehmer wünschen es sich, also sollten wir uns auf den Weg machen.“

Doch nicht nur an den Angeboten für ein Homeoffice mangelt es nach Nahles Worten. Auch bei der Flexibilität der Arbeitszeiten könnte die deutsche Wirtschaft besser werden: „Wir müssen an die Organisation von Arbeit ran.“ Die Mehrheit der Deutschen sei mit ihren Arbeitszeiten unzufrieden.

Laut Studie wünschten sich viele Vollzeitbeschäftigten mehr Freizeit und die meisten Teilzeitbeschäftigten mehr Arbeitszeit. „Da müssen wir einen Ausgleich hinkriegen“, betonte Nahles. Die neuen digitalen Möglichkeiten böten dafür gute Ansätze. „Sie eröffnen uns nicht nur Gleitzeitmodelle, sondern auch Gleitort-Modelle.“

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