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Spannung vor der Bären-Verleihung

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17.02.2012

Berlinale Spannung vor der Bären-Verleihung

Berlinale-Wettbewerb beendet – Pattinson sorgt für weiteren glamourösen Höhepunkt.

Berlin – Der letzte Vorhang ist gefallen, nun hat die Jury das Wort: Mit der Präsentation der kanadischen Tragödie “War Witch” über eine Kindersoldatin in Afrika ist das Rennen um die Bären der 62. Berlinale am Freitag zu Ende gegangen. Die Jury um Präsident Mike Leigh muss nun aus 18 Filmen die Gewinner auswählen, die am Samstagabend im Berlinale-Palast gekürt werden. Derweil sorgte “Twilight”-Darsteller Robert Pattinson nochmals für Kreischalarm: Der 25-Jährige präsentierte die Gesellschaftskomödie “Bel Ami”.

Einen großen Favoriten gibt es in diesem Jahr nicht. Die drei Filme deutscher Regisseure wurden zumeist positiv bewertet, vor allem Christian Petzolds DDR-Drama “Barbara” werden gute Chancen auf eine der Trophäen eingeräumt.

Zu den weiteren Favoriten zählen Ursula Meiers “Sister” über einen jugendlichen Dieb und die Liebesgeschichte “Tabu” des Portugiesen Miguel Gomes. Chancen werden auch den beiden anderen deutschen Beiträgen “Was bleibt” von Hans-Christian Schmid und “Gnade” von Matthias Glasner eingeräumt. Da sich die Berlinale traditionell als politisches Festival empfindet, sind auch “Just” The Wind” von Bence Fliegauf über Morde an Roma in Ungarn sowie “War Witch” des kanadischen Regisseurs Kim Nguyen mehr als Außenseitertipps.

Nguyens Drama, das überwiegend mit Laiendarstellern besetzt ist, wurde in der Pressevorführung mit freundlichem Applaus aufgenommen. Gedreht wurde an authentischen Schauplätzen im Kongo. Seine Hauptdarstellerin Rachel Mwanza habe ein ähnliches Leben wie die Filmfigur Komona gehabt und etwa auf der Straße gelebt, sagte Nguyen.

Die zwölfjährige Komona wird in dem Film von Rebellen gezwungen, ihre Eltern zu erschießen und dann als Kindersoldatin in den Urwald zu ziehen. Sie verliebt sich in den weißhaarigen Jungen Magician, flieht mit ihm und wird von den Rebellen zurückgeholt. Und die ganze Zeit verfolgen sie die Geister ihrer Eltern.

“Twilight”-Darsteller Pattinson präsentierte als Weltpremiere seine allerdings außer Konkurrenz laufende sarkastische Gesellschaftskomödie “”Bel Ami” der britischen Regisseure Declan Donnellan und Nick Ormerod. Trotz frostiger Temperaturen campierten einige seiner Fans in der Nacht zu Freitag am Roten Teppich vor dem Berlinale Palast.

Pattinson, mit kurz geschorenen Haaren und Dreitagebart, sagte in der Pressekonferenz, er habe zum ersten Mal die Rolle eines Journalisten gespielt. “Es hat Spaß gemacht, es war sehr interessant”, sagte er. Wenn nun einige seiner vorwiegend jungen “Twilight”-Fans auch in diesen Film gingen, “fände ich das toll”, sagte der Darsteller des Vampirs Edward Cullen.

Die Verfilmung basiert auf dem gesellschaftskritischen Roman von Guy de Maupassants aus dem Jahr 1885. Skrupellos versucht ein junger Mann, in der Pariser Schickeria aufzusteigen. Donnellan sagte, es gehe darum, die korrupte Regierung, die von korrupten Medien unterstützt werde, zu zeigen. Neben Pattinson spielen auch Christina Ricci, Uma Thurman und Kristin Scott Thomas Hauptrollen. Die Premiere war für Freitagabend geplant. Ebenfalls außer Konkurrenz wurde der chinesische 3-D-Film “Flying Swords Of Dragon Gate” gezeigt.

Am Samstag werden neben dem Goldenen Bären für den besten Film Silberne Bären unter anderem für den besten Regisseur und die besten Schauspieler vergeben. Festivaldirektor Dieter Kosslick und Leigh werden die Preise überreichen. Durch die Preisverleihung führt erneut Anke Engelke. Die Gala wird ab 19.00 Uhr live in 3sat übertragen.

Im Vorjahr war der iranische Film “Nader And Simin. A Separation” der große Sieger der Berlinale. Das diesjährige Festival begann am 9. Februar mit dem Kostümfilm “Leb’ wohl, meine Königin” von Benoit Jacquot. Der Glamourfaktor war in diesem Jahr hoch: Hollywood-Traumpaar Angelina Jolie und Brad Pitt, Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan, Meryl Streep, Salma Hayek, Diane Kruger, Isabelle Huppert und Clive Owen sorgten für Glanz.

Die Berlinale endet am Sonntag mit einem Publikumstag, an dem noch einmal zahlreiche Festivalfilme aus den verschiedenen Sektionen gezeigt werden. Insgesamt wurden mehr als 300.000 Eintrittskarten verkauft. Die Berlinale gilt als weltweit größtes Publikumsfestival.

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