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Spanische Fluggesellschaft Spanair stellt den Betrieb ein

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29.01.2012

Spanien Spanische Fluggesellschaft Spanair stellt den Betrieb ein

Nach Zahlungsstopp durch Regionalregierung – Etwa 22.000 Passagiere betroffen.

Madrid – Wegen finanzieller Engpässe hat die spanische Fluggesellschaft Spanair ihren Betrieb eingestellt. Zuvor hatte die Regionalregierung Kataloniens als Hauptanteilseigner die Zahlungen gestoppt. Etwa 22.000 Passagiere waren aufgrund gestrichener Flüge gezwungen, nach alternativen Reisemöglichkeiten zu suchen. Die Regierung in Madrid kündigte am Wochenende rechtliche Schritte gegen Spanair an. Entwicklungsministerin Ana Pastor sagte, der Fluggesellschaft drohe wegen zwei “ernsthafter Verstöße” gegen Gesetze zur Flugsicherheit ein Bußgeld in Höhe von neun Millionen Euro.

Nach der Ankündigung am Freitag, den Betrieb einzustellen, wurden Passagiere der Spanair gebeten, für “umfassende Informationen” auf der Internetseite der Fluggesellschaft nachzusehen. Der Verband europäischer Billigfluggesellschaften (ELFAA) teilte mit, auf Spanair gebuchte Passagiere könnten zu Sonderpreisen auf Fluggesellschaften ausweichen, die zum Verband gehörten, darunter Ryanair und EasyJet. Das Angebot sei von der Verfügbarkeit von Plätzen abhängig, hieß es.

Die Regionalregierung von Katalonien hatte am Freitag erklärt, sie könne Spanair nicht länger finanziell unterstützen. Das “derzeitige Wirtschaftsklima” und die “europäische Gesetzgebung bezüglich des Wettbewerbs” machten dies unmöglich. Das für den Luftverkehr zuständige spanische Ministerium veröffentlichte eine Erklärung, in der es die Spanair aufforderte, “seine Verpflichtungen gegenüber den Passagieren zu erfüllen”.

Spanair ist die viertgrößte Fluggesellschaft Spaniens und verfügt über eine Flotte von 36 mehrheitlich schon älteren Flugzeugen. Bis zuletzt flog sie 19 nationale und 24 internationale Ziele an. Das Unternehmen mit Sitz in der Stadt L’Hospitalet de Llobregat bei Barcelona war allerdings schon seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. Zusätzlichen Schaden erlitt die Fluglinie 2008 durch den Absturz einer Maschine. Mit 154 Toten war es das schwerste Flugzeugunglück in Spanien seit 25 Jahren. Spanair hat etwa 2.000 Mitarbeiter.

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS verkaufte Spanair kurz nach dem Unglück an das Tourismusunternehmen Consorci de Tourisme de Barcelona und die Privatinvestoren Catalana d’Iniciatives. Da sie aber weiterhin eine Beteiligung von elf Prozent hält, kündigte sie nun Abschreibungen in Höhe von insgesamt etwa 1,7 Milliarden Schwedischen Kronen (190 Millionen Euro) an. Wie das Unternehmen am Freitagabend auf seiner Internetseite mitteilte, ergibt sich die Summe aus noch ausstehenden Forderungen, aus Garantien sowie aus Kosten durch die Einstellung des Betriebs von Spanair. Auswirkung auf das laufende Geschäft hätten die Abschreibungen dank guter Vorbereitung kaum, hieß es.

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