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Sozialplan mit „Leuchtturm-Charakter für Papierfabrik

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16.01.2012

Unternehmen Sozialplan mit „Leuchtturm“-Charakter für Papierfabrik

Nach der Schließung der Werks soll in diesem Jahr niemand arbeitslos werden.

Albbruck – Für die mehr als 500 Mitarbeiter der Papierfabrik Albbruck scheint die Zeit der Ungewissheit vorbei zu sein: Seit Ende August wissen sie, dass der finnische Konzern UPM den Standort in Südbaden schließen wird. Jetzt wurde ein Sozialplan angenommen, den der Freiburger Betriebsratsanwalt Thomas Gnann am Montag als “Leuchtturm, der weit aus den üblichen regionalen Regelungen herausragt”, bezeichnete.

Auch der Betriebsrat bewertet die Einigung mit der Arbeitgeberseite vom Wochenende als gut. Immerhin soll in diesem Jahr niemand arbeitslos werden.

Der finnische Mutterkonzern UPM schließt den Standort wegen mangelnder Rentabilität zum 31. Januar, davon sind 508 von ursprünglich 560 Arbeitnehmern betroffen. Die Suche nach einem Investor sei erfolglos verlaufen, teilte das Unternehmen am Wochenende mit. Das hatte der Betriebsrat durchaus nicht immer so gesehen, blieb aber mit seinen Lösungsansätzen letztlich erfolglos. UPM hatte die Papierfabrik im August übernommen und nur vier Wochen später die geplante Schließung zum Jahresende verkündet.

Jetzt wurde unter der Moderation des Einigungsstellenvorsitzenden, des Freiburger Arbeitsrichters Wolfgang Gundel, offenbar herausgeholt, was noch herauszuholen war: Ein Interessenausgleich und Sozialplan sowie eine Transfergesellschaft mit zwölfmonatiger Laufzeit. Neben Kinder- und Schwerbehindertenzuschlägen verständigte man sich auch auf Alterszuschläge und vor allem eine Basisabfindung von einem vollen Gehalt pro Beschäftigungsjahr.

Zudem werden 34 Arbeitsplätze am UPM-Standort in Plattling angeboten, wohin auch einige Anlagen verlagert werden. Vier Arbeitnehmer kommen bei der Gemeinde Albbruck unter, alle übrigen Mitarbeiter werden in einer Transfergesellschaft für zwölf Monate aufgefangen. Anwalt Gann betonte, “dass das gute Sozialplanergebnis nur vor dem Hintergrund starker Gewerkschaften und engagierter Betriebsräte möglich war”.

Die Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee wertete die Schließung als “schweren Schlag für die Region”, zumal davon rund weitere 1.000 Arbeitsplätze bei Zulieferbetrieben betroffen seien.

Für den Albbrucker Bürgermeister Stefan Kaiser ist das Aus ein tiefer Einschnitt. “Wir werden erst in einem halben Jahr oder Jahr wirklich die Auswirkungen ermessen können”, sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Jetzt sei es wichtig, dass auf dem Gelände der Fabrik keine Industriebrache entstehe. UPM will sich an Gesprächen über die künftige Nutzung des Werksgeländes weiter beteiligen.

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