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Stephanie zu Guttenberg legt Leitung nieder

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01.03.2013

Kinderschutzverein Stephanie zu Guttenberg legt Leitung nieder

Umzug mit ihrem Mann in die USA Grund für Rückzug.

Heidelberg – Nach sieben Jahren hat die Präsidentin des Kinderschutzvereins Innocence in Danger, Stephanie zu Guttenberg, ihr Amt niedergelegt. Wie die Autorin und Ehefrau des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Donnerstag in Heidelberg sagte, hat sie mit ihrer Arbeit für Innocence in Danger geholfen, das bisherige Tabuthema des sexuellen Kindesmissbrauchs in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen: „Es geht darum, Menschen zu helfen, die keine Stimme haben.“

Nach dem Rücktritt ihres Mannes wegen einer Plagiatsaffäre vor zwei Jahren lebt die Familie der 36-Jährigen in den USA. Der Wegzug ist auch Grund für ihren Rücktritt. „Ich habe festgestellt, dass durch meinen Umzug in die Vereinigten Staaten die Arbeit für den Verein nicht mehr so zu leisten ist, wie der Verein und der Kampf gegen sexuellen Missbrauch es verdient haben“, sagte die zweifache Mutter. Auch wenn Deutschland die Heimat ihrer Familie bleibe, die USA seien der Lebensmittelpunkt. Eine baldige Rückkehr nach Deutschland schloss die Politiker-Gattin aus.

Stephanie zu Guttenberg will weiter im Verein aktiv bleiben

Mit Blick auf die Kritik an der 2010 ausgestrahlten Sendung „Tatort Internet“, die nach Ansicht von Medienfachleuten eher reißerisch und wenig aufklärerisch produziert war, sagte die Autorin, es sei vor allem darum gegangen, Aufmerksamkeit für das Problem zu erreichen: „Wir wollten die Empörungskultur nutzen, um auf Missstände aufmerksam zu machen.“ Der Verein hatte für die Sendung mit dem Fernsehsender RTL 2 kooperiert. Darin wurden mutmaßliche Pädophile im Netz mithilfe von Lockvögeln und versteckter Kamera entlarvt.

Trotz ihres Rückzugs von der Vereinsspitze will zu Guttenberg im Präsidium von Innocence in Danger aktiv bleiben und ihrer Nachfolgerin zur Seite stehen. Neue Präsidentin des Vereins ist die Heidelberger Juristin Marina von Achten. Ihre Vorgängerin habe maßgeblich zum Erfolg des Vereins und zum Kampf gegen Kindesmissbrauch beigetragen, sagte Achten. Die Gesellschaft müsse auch weiterhin für das Thema sensibilisiert werden.

Die neue Präsidentin möchte nun ein Projekt an Heidelberger Schulen etablieren, bei dem es darum geht, präventiv über das Risiko des sexuellen Missbrauchs durch Internetkontakte aufzuklären.

Verein beklagt fehlendes Geld für Opfer-Fonds

Nach Ansicht von Innocence in Danger gibt es weiter Handlungsbedarf und keinen Grund zur Entwarnung. Die Geschäftsführerin des Vereins, Julia von Weiler, erinnerte daran, dass allein im Jahr 2011 im Schnitt täglich 33 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs zur Anzeige gebracht worden seien. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen würden noch immer nicht ausreichend versorgt. „Der politische Wille dazu scheint nicht wirklich da zu sein. Und das, obwohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dieses Thema zur Bewährungsprobe für unsere Gesellschaft erklärt hat“, kritisierte die Diplom-Psychologin.

Bezeichnend sei in diesem Zusammenhang, dass es die Bundesländer nicht schafften, die bereits Ende 2011 zugesagten 50 Millionen Euro zusammenzubekommen und diese in einen gemeinsamen Fonds mit dem Bund einzuzahlen. Der Bund hatte am Runden Tisch gegen Sexuellen Missbrauch zugesagt, dass er sich mit 50 Millionen Euro an dem Fonds beteiligt. Der Betrag wird aber erst gezahlt, wenn auch die Bundesländer die gleiche Summe beisteuern. Mit dem Geld sollen beispielsweise Therapien und Betreuungsmöglichkeiten für Opfer finanziert werden.

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