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09.04.2010

Studie Soziales Netzwerk beeinflusst Trinkgewohnheiten

„Jeder Mensch sucht sich Freunde, die ähnliche Interessen haben.“

Washington DC/Wien – Einer Studie des American College of Physicians in den Annals of Internal Medicine zufolge, spielen die Trinkgewohnheiten der erweiterten sozialen Gruppe eine wesentliche Rolle für den eigenen Alkoholkonsum. Grundlage der Publikation war die Framingham Heart Study, bei der 12.067 Probanden mehr als 30 Jahre lang in ihrem sozialen Umfeld untersucht wurden.

Die Forscher wollten damit soziale Muster von Fettleibigkeit, Rauchverhalten, sexuell übertragbaren Krankheiten sowie Alkoholkonsum analysieren. „Wir haben entdeckt, dass der Einfluss von Freunden und Menschen, zu denen ein Naheverhältnis besteht, die Gesundheit ebenso beeinflussen wie die Familiengeschichte und die genetische Disposition“, meint Leitautor Nicholas Christakis, Mediziner an der Harvard University. „Im Hinblick auf die Alkoholkonsumation hat das soziale Netzwerk je nach den Umständen positive als auch negative gesundheitliche Konsequenzen zu tragen.“

Clique beeinflusst Verhalten

Die Forscher haben entdeckt, dass Menschen, die einen trinkfreudigen Freund um sich haben, doppelt so häufig ebenso zu trinken begannen. Selbst ein Freund eines Freundes, der viel trinkt, erhöht das Risiko selbst mehr Alkohol zu konsumieren um 36 Prozent. Die Forscher meinen, dass diese sozialen Phänomene einen anderen Zugang zu klinischen und anderen gesundheitlichen Interventionen notwendig machen.

Für Suchtexperten Alfred Uhl, Koordinator des Bereichs Suchtpräventionsdokumentation im Anton Proksch Institut sind die Studienergebnisse einerseits nicht neu und andererseits inhaltlich banal. „Jeder Mensch sucht sich Freunde, die ähnliche Interessen haben“, so Uhl gegenüber pressetext. „Dass Menschen ihr Verhalten an das soziale Umfeld anpassen, ist ebenso eine Binsenweisheit – wie die umgekehrte Erkenntnis, dass sich einzelne Gruppen suchen, die ähnliche Einstellungen und Verhaltensweisen wie sie selbst zeigen.“ So gebe es z.B. Bergsteiger-Cliquen, die jede freie Minute in den Bergen verbringen und andere, die in ihrer Freizeit von Lokal zu Lokal ziehen.

Komplexe Interaktion

„Die Fragen in welchem Umfang sich Personen mit ‚Problemverhaltensweisen‘ eher problematischen Cliquen zuwenden, bzw. in welchem Umfang ein problematischer Freundeskreis Problemverhaltensweisen beim Individuum auslöst oder verstärkt, und wie man auf beide Prozesse präventiv sinnvoll einwirken kann, ist Gegenstand unzähliger Ausführungen zu Erziehung und Suchtprävention“, meint der Experte.

Das Verhalten von Menschen folge komplexen Interaktionsmustern, meint Uhl. „Um Problemen vorzubeugen, ist es weniger wichtig zu wissen, welche Verhaltensweisen miteinander korrelieren als die Frage zu stellen, mit welchen Interventionen man welche Veränderungen bewirken kann“, so Uhl abschließend.

„Unsere Studienergebnisse weisen daraufhin, dass Alkoholkonsum ein Problem der öffentlichen Gesundheit ist, das Gruppen von Menschen gemeinsam involviert“, so Christakis. „Wenn man einzelne Menschen aufgrund ihres Alkoholkonsums behandelt, müssen wir auch ihr soziales Netz berücksichtigen, um etwas zu bewirken“, meint der Studienautor.

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