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Solarhybrid bang um Existenz

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07.03.2012

Förderkürzungen Solarhybrid bang um Existenz

Geschäftsmodell „infrage gestellt“ – Aktienkurs bricht dramatisch ein.

Brilon – Die schlechten Nachrichten aus der von Preisverfall und Subventionskürzungen gebeutelten deutschen Solarbranche reißen nicht ab. Nun sieht sich auch der Solarkraftwerk-Entwickler Solarhybrid wegen der angekündigten Reduzierung der Solarförderung in seiner Existenz bedroht. Durch die Pläne der Bundesregierung „ist das gesamte Geschäftsmodell der Solarhybrid in Deutschland infrage gestellt“, teilte die börsennotierte Firma am Mittwoch in Brilon mit.

Die vorgesehenen Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hätten „gravierende Auswirkungen auf die Ertragslage“ und die Finanzen von Solarhybrid. Der Vorstand befürchte den Verlust von Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe für Großprojekte und werde nach der endgültigen Verabschiedung der EEG-Novelle die Finanz- und Ertragslage prüfen, erklärte das Unternehmen.

Solarhybrid verschob „aufgrund der gegenwärtigen Entwicklung“ auch die für März geplante Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2011 auf unbestimmte Zeit. Der Aktienkurs brach nach der Mitteilung zwischenzeitlich um mehr als 50 Prozent auf knapp über 1,00 Euro ein.

Im Oktober hatte Solarhybrid noch eine positive Prognose abgegeben. Für das Jahr 2011 wurden ein Umsatz von mehr als 400 Millionen Euro und ein Ergebnis von mindestens 15 Millionen Euro erwartet. Auch für die Folgejahre sah sich Solarhybrid damals „bestens positioniert“.

Doch die aus Sicht des Unternehmens „völlig unvorhersehbar drastischen und kurzfristig umzusetzenden Gesetzgebungsvorschläge“ von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) haben dies geändert.

Die beiden Minister hatten sich nach monatelangem Hickhack im Februar auf eine drastische Beschneidung der Solarförderung geeinigt. Ziel ist, den rasanten Ausbau der Solarenergie zu bremsen, um die EEG-Umlage für die Stromverbraucher stabil zu halten. Die Solarindustrie läuft Sturm gegen die Pläne und bekommt teilweise Unterstützung von Politikern aus den Bundesländern.

Die deutschen Hersteller von Solaranlagen befürchten als Folge der Kürzungen eine Pleitewelle in der Branche mit dem Verlust Zehntausender Arbeitsplätze. Zudem bangen sie um die Energiewende, die nach der Abkehr von der Atomkraft eingeläutet werden sollte.

Doch auch schon vor der Umsetzung der Kürzungen ringen viele Solarfirmen ums Überleben, da ein Überangebot und Billigkonkurrenz aus Asien die Preise abstürzen ließen. Am Dienstag hatten Q-Cells und Centrotherm hohe Verluste gemeldet. Selbst der als besonders krisenfest geltende Marktführer Solarworld schreibt rote Zahlen.

Andere Unternehmen wie Solar Millennium und die Berliner Solon haben bereits Insolvenz angemeldet. Der Solon-Insolvenzverwalter machte am Dienstag den Verkauf an die indisch-arabische Firma Microsol perfekt. Damit wurden 433 der 471 Arbeitsplätze gerettet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

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