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Snowboard: Der „Hahn im Korb will ganz nach oben

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27.01.2012

Snowboard Snowboard: Der „Hahn im Korb“ will ganz nach oben

Snowboarder Patrick Bussler wartet seit über drei Jahren auf einen Podestplatz.

München – Hahn im Korb sein, das kann Patrick Bussler so gut wie kaum ein anderer. Wenn Amelie Kober, Isabella Laböck und Co. im Snowboard-Weltcup um den Sieg fahren, ist der 27-Jährige dabei. Der Aschheimer fährt in diesem Winter immerhin seine zwölfte Weltcup-Saison – und lässt sich vom Frauenüberschuss im deutschen Team keineswegs einschüchtern. “Es ist gut für mich, wenn die Mädels vorne mitfahren. Das setzt mich auch unter Druck”, sagt Bussler der Nachrichtenagentur dapd vor dem Heimweltcup am Samstag am bayerischen Sudelfeld.

Bussler mag Druck – auch wenn er ihm in seiner inzwischen über ein Jahrzehnt dauernden Karriere nicht immer standhalten konnte. Bei den Olympischen Spielen in Turin reichte es trotz guter Ausgangslage nur zu Platz 16, die Weltmeisterschaften des Vorjahres im spanischen La Molina beendete er als 15. und 19. “Heuer aber”, sagt Bussler selbstbewusst, “läuft es so rund wie selten.” Für den einzigen Weltcup auf deutschem Boden erhofft sich Bussler daher den lang ersehnten Durchbruch: “Denn das Sudelfeld liegt mir.”

Dass er es kann, hat der einzige deutsche Snwoboarder auf Weltklasseniveau schon mehrfach bewiesen. In den bisher sechs Rennen dieser Saison fuhr der WM-Dritte von 2009 viermal unter die besten Zehn. Öfter in die Top-Ten kam nur Kober. “Ich bin nämlich eigentlich genauso gut wie die Mädels”, scherzt Bussler.

Beim letzten Rennen in Bad Gastein scheiterte er im Halbfinale in erster Linie, weil eine Feder in seinem Schuh brach. “Ich wäre um den Sieg gefahren”, sagt Bussler knapp zwei Wochen später noch etwas wehmütig. Die Sicherheit hat er aber mit Trainer Andreas Scheid auf der Rennstrecke in Bayrischzell wiedergewonnen: “Und ich traue mir auf diesem steilen Hang alles zu.”

Das Maß aller Dinge wird auch beim dritten Riesenslalom-Rennen des Winters der Weltcup-Führende Roland Fischnaller (Italien) sein. “Ich kann mit den Besten mithalten”, sagt Bussler aber, und fügt überzeugt hinzu: “Ich will auch mal der Beste sein.” Fahrer wie den starken Italiener Aaron March hat der zweifache Familienvater in dieser Saison schon hinter sich gelassen. Auf den zweiten Weltcup-Podestplatz seiner Karriere wartet er nun jedoch schon mehr als drei Jahre.

Konkurrenz aus den eigenen Reihen des Snowboard Verbands Deutschland (SVD) muss Bussler allerdings noch nicht fürchten. Einzig Alexander Bergmann (Bischofswiesen), Zwölfter in Bad Gastein, macht Bussler seine Stellung als bester deutscher Snowboarder manchmal strittig. “Als er einmal in der Quali vor mir war, war das schon sehr komisch”, gibt Bussler zu. Er ist gerne der Hahn im Korb.

Bei den Damen hingegen geht es härter zu. Neben der Gesamtweltcup-Führenden Patricia Kummer (Schweiz) gilt auch Kober, Olympia-Zweite von 2006, in ihrer Heimat als Favoritin. “Der Heimweltcup ist sehr speziell. Ich werde natürlich mein Bestes geben”, sagt die 24 Jahre alte Siegerin von 2010.

Zwei Riesenslalom-Podestplätze aus diesem Winter geben zusätzlich Seltbstvertrauen – auch wenn die weiteren deutschen Starterinnen Kober immer näher kommen. Laböck (Klingenthal) und Anke Karstens (Bischofswiesen) standen in dieser Saison auch schon auf dem Podium.

Genau dahin will Bussler auch: Der große Coup vor heimischem Publikum wäre das perfekte Drehbuch. Und auch die Mädels würden sich freuen.

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