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Skiflug-WM Skiflieger Freund „glücklicher Vierter“

„Richtig starke Leistung“ – Kranjec krönt sich zum Flugkönig – Teammedaille das Ziel.

Vikersund – Severin Freund stand als „sehr glücklicher Vierter“ am Fuße der größten Schanze der Welt. Auch wenn es erstmals bei einer Skiflug-WM in Vikersund keine deutsche Einzelmedaille gegeben hatte. „Das war eine richtig starke Leistung bei meiner ersten Skiflug-WM. Ich bin sehr, sehr zufrieden“, sagte Freund mit einem Grinsen und gratulierte dem endlich mit Gold belohnten Robert Kranjec (Slowenien).

„Und wenn der Dritte 14 Punkte Vorsprung mit einem Sturz hat, braucht man über eine Medaille nicht zu reden“, sagte Freund weiter. Die wollen sich die deutschen Skiflieger in der Teamentscheidung am Sonntag holen, denn das Mannschaftsergebnis in der wegen turbulenter Winde von vier auf zwei Sprünge reduzierten Einzelkonkurrenz war so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr. Richard Freitag landete auf Platz neun, Andreas Wank wurde 17., Maximilian Mechler belegte Rang 23. „Das war ein deutlicher Schritt von uns nach vorn beim Skifliegen. Für den ganz großen Erfolg müssen wir noch etwas Geduld haben“, kommentierte Bundestrainer Werner Schuster.

Genauso sah es auch Freund, der den Unterschied zu den drei Medaillengewinnern vor allem darin sah, „dass die einfach mehr Erfahrung beim Fliegen haben.“ Der schon seit Jahren überragende Kranjec sicherte sich mit einem Traumflug auf 244 Meter – nur 2,5 Meter unter dem Weltrekord – die Nachfolge des Schweizers Simon Ammann. Kranjec hatte drei Zähler Vorsprung vor dem norwegischen Lokalmatador Rune Velta. Bronze gewann der Österreicher Martin Koch, der in dem dramatischen Finale vor 28.000 Fans seinen Flug auf 243 Meter nicht stehen konnte.

„Da hat absolut der Richtige gewonnen. Sein Flug war wie an der Schnur gezogen, das war schon gewaltig“, sagte Richard Freitag nach seiner ersten Skiflug-WM: „Ich muss am Fliegen noch arbeiten, aber dass ich hier auf der größten Schanze der Welt mein Ziel Top Ten erreicht habe, ist super.“ Bei der letzten WM in Vikersund im Jahr 2000 war der wie Freitag in Erlabrunn geborene Sven Hannawald Weltmeister geworden. Auch 1990 hatte es in Dieter Thoma einen deutschen Champion in Norwegen gegeben, bei den ersten Titelkämpfen auf der windumtosten Schanze gewann 1977 Henry Glaß Bronze.

Dass es diesmal nur zu Blech statt einer Medaille für Severin Freund reichte, lag auch mit am Windpech. Im Gegensatz zu den drei Medaillengewinnern fehlte ihm im Finaldurchgang der tragende Aufwind. Am Freitag lag er in Führung, als wegen des Wirbelwindes der erste Durchgang nach 35 von 40 Springern ohne Ergebnis abgebrochen wurde. Auch am Samstag spielte der Wind eine große Rolle, vor allem im ersten Durchgang.

„Das war eine Lotterie – wer erwischt es wie. Der wird Weltmeister. Das ist nicht meine Vorstellung von fairem Sport“, schimpfte Andreas Wank. Auch mit Platz 17 war er nicht ganz glücklich: „Ich sehe mich weiter vorn. Aber im Team geht es ans Eingemachte. Dann wollen wir aufs Podest.“ Mit Platz vier wird dann sicher keiner glücklich sein.

25.02.2012 © dapd / newsburger.de

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