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16.02.2010

Skandal an Jesuitenschulen weitet sich aus

Berlin – Der Skandal um sexuellen Missbrauch und Misshandlungen an vielen jesuitischen Einrichtungen in Deutschland weitet sich immer mehr aus. Die von den Jesuiten eingeschaltete Missbrauchsbeauftragte Ursula Raue bestätigte gestern, dass Schulleiter Pater Klaus Mertes und sie inzwischen Hinweise zu rund 100 Fällen erhalten hätten. Die Missbrauchsanzeigen richteten sich dabei zudem nicht immer gegen das Berliner Jesuitengymnasium. Raue kündigte an, genaue Zahlen im Laufe dieser Woche in einem Zwischenbericht zu veröffentlichen.

Die Berliner Anwältin Manuela Groll, die mehrere Opfer vertritt, geht nach eigenen Angaben „längst von einer dreistelligen Opferzahl aus“. Zudem merkte sie an, dass sich viele Opfer nicht an die vom Jesuitenorden bestellte Raue wenden, weil sie diese für befangen hielten. Das Bistum Hildesheim teilte ebenfalls mit, neue Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche erhalten zu haben. Die Beschuldigungen richteten sich demnach hauptsächlich gegen die drei Jesuiten, die im Mittelpunkt des Skandals stehen und lägen, abgesehen von einer Anklage, 35 bis 50 Jahre zurück. Der Missbrauchs-Skandal hat seinen Anfang vor rund einem Monat genommen, als der Schulleiter des Berliner Canisius-Kollegs mehrere Fälle an seinem Gymnasium publik machte.

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