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Siemens will Werke schließen

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21.03.2013

Streichpläne Siemens will Werke schließen

Schaltanlagenbau in Leipzig steht vor dem Aus.

Leipzig/München – Siemens hat weitere Streichpläne seines milliardenschweren Sparprogramms bekannt gegeben. So sollen an verschiedenen deutschen Standorten Hunderte Arbeitsplätze wegfallen. Der Schaltanlagenbau Leipzig solle bis Mai 2014 geschlossen werden, teilte die Gewerkschaft IG Metall am Mittwoch unter Berufung auf eine Belegschaftsinformation mit. Alle 325 Beschäftigten in der Fertigung verlören ihre Jobs. Von der Schließung seien zudem rund 40 Leiharbeiter, weitere 500 Mitarbeiter eines Zulieferers in Leipzig und Chemnitz sowie 24 Beschäftigte einer Behindertenwerkstatt betroffen.

Im Bereich Kraftwerksbau sollen ebenfalls Stellen abgebaut und dafür ein neuer Standort in Asien aufgebaut werden, wie ein Siemens-Sprecher bestätigte. Nach einem Bericht des „Münchner Merkur“ (Donnerstagausgabe) sollen allein in Erlangen bis 2016 zwischen 400 und 500 Stellen gestrichen werden. Auch in Offenbach und Wien würden Arbeitsplätze wegfallen.

Der Sprecher wollte Zahlen nicht bestätigen und verwies auf laufende Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Ziel sei es aber, die Arbeitsplätze so sozialverträglich wie möglich abzubauen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden. In Europa würden die Aufträge für Kraftwerke einbrechen, in Asien dagegen stiege die Nachfrage an. Deswegen wolle Siemens vor Ort produzieren.

Auch im Bereich Industrie will Siemens Stellen verlagern. Ein Sprecher sagte, dass die Produktion für Antriebe von Elektroautos im fränkischen Bad Neustadt konzentriert werden sollen. So sollen vom Standort München-Allach 130 der rund 1.000 Arbeitsplätze nach Bad Neustadt und nach Rumänien umgezogen werden.

Die Schaltanlagenfertigung in Sachsen soll nach Gewerkschaftsangaben aus Kostengründen nach Portugal verlagert werden. Lediglich 91 Mitarbeiter im Bereich Entwicklung und Produktmanagement sollten vorerst bleiben. In Leipzig arbeiten den Angaben zufolge derzeit rund 2.000 Siemens-Beschäftigte.

IG Metall beklagt „Kahlschlagpolitik“

Die IG Metall kündigte Proteste an. „Diese Kahlschlagpolitik werden wir mit hartem und kreativem Widerstand bekämpfen“, sagte der erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft in Leipzig, Bernd Kruppa. Schließlich gehe es nicht nur um die Schaltanlagenbauer, sondern um alle Siemens-Beschäftigten in Leipzig und die Verantwortung des Konzerns für den Osten.

„Wenn wir die Schließung hinnehmen, sinkt die Hemmschwelle. Nicht, dass das Unternehmen noch ganz aus dem Osten verschwindet“, sagte Kruppa. Er machte zunächst keine Angaben, wann und mit welchen Aktionen die Gewerkschaft gegen die Stellenkürzungen vorgehen will. Ein IG-Metall-Sprecher kritisierte im „Münchner Merkur“: „Was wir mit Sorge betrachten, ist die Salamitaktik bei der Bekanntgabe der Sparmaßnahmen – es hört und hört nicht auf.“

Siemens-Vorstandschef Peter Löscher hatte im November angekündigt, bis 2014 sechs Milliarden Euro einsparen zu wollen.

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