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Siemens-Personalchefin: Unternehmen droht Lücke von 14.000 Fachkräften

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16.09.2011

Siemens Siemens-Personalchefin: Unternehmen droht Lücke von 14.000 Fachkräften

München – Der Mangel an qualifizierten Fachkräften könnte für den Elektrokonzern Siemens zu einem ernsten Problem werden. „Wenn wir jetzt nicht reagieren, droht Siemens alleine in Deutschland im Jahr 2020 eine Lücke von bis zu 14.000 qualifizierten Arbeitnehmern“, sagte Siemens-Personalvorstand Brigitte Ederer in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Die Welt“. Zurzeit hat Siemens in Deutschland 3.600 offene Stellen.

Um gerade für junge Arbeitnehmer attraktiv zu sein, will das Unternehmen daher mehr für die Betreuung von Kindern der Mitarbeiter tun. „Wir müssen deutlich mehr Kinderbetreuungsplätze schaffen“, sagte Ederer. Bis Jahresende wird der Münchner Konzern 800 Kinderbetreuungsplätze haben. Wie viele neue Plätze darüber hinaus geschaffen werden sollen, sagte die Personalchefin nicht.

Ederer, die als eine von wenigen Frauen im Vorstand eines Dax30-Konzerns sitzt, sprach sich gegen eine Frauenquote aus. „Nehmen wir nur einmal an, wir würden eine Quote für den Aufsichtsrat oder den Vorstand einführen: Was bringt das einer 30-jährigen Mitarbeiterin im Unternehmen?“ Stattdessen sollte man Zielgrößen formulieren. Die Vorstandsetage sei per se keine frauenfeindliche Umgebung, die zeitliche Belastbarkeit sei aber sehr hoch. „Es gibt sicher mehr Frauen als Männer, die bei einem solchen Lebensrhythmus sagen: Ich will mir das nicht antun“, so die Österreicherin.

Auf die Eintrübung der Konjunktur wird Siemens Ederer zufolge nicht mit Jobabbau reagieren. „Natürlich wird die wirtschaftliche Situation schwieriger… Wir haben aber so volle Auftragsbücher wie noch nie und brauchen jeden unserer Beschäftigten, um dieses Riesenvolumen an Bestellungen abzuarbeiten.“ Man sollte erst einmal Ruhe bewahren. „Die Lage der Industrie ist besser als die Stimmung an den Finanzmärkten.“

Ederer rechnet damit, dass der neue vierte Geschäftsbereich bei Siemens namens „Infrastructure & Cities“, der zum 1. Oktober seine Arbeit aufnimmt, für neue Arbeitsplätze sorgen wird. „Für Siemens ist der vierte Sektor eine Riesenchance und ich gehe davon aus, dass wir in der nächsten Zeit dort für stark wachsende Aktivitäten wie zum Beispiel Energieeffizienz in Gebäuden zusätzlich Beschäftigte aufnehmen müssen. Die Modernisierung der Infrastruktur von Städten ist ein enorm attraktives Geschäftsfeld.“

Siemens werde an seinem mit den Arbeitnehmervertretern im vergangenen Jahr geschlossenen Beschäftigungspakt festhalten, der auf unbegrenzte Zeit die Entlassung von Mitarbeitern in Deutschland ausschließt, betonte Ederer. Auch bei einem Abschwung wäre der Beschäftigungspakt „nicht hinfällig“, sagte sie „Wir stehen zu unserem Wort. Es gibt in dieser Übereinkunft zwar einen Passus, der vorsieht, dass sich das Unternehmen und die Arbeitnehmervertreter, sollte die wirtschaftliche Situation extrem schwierig werden, noch einmal zusammensetzen würden. Das ist aber im Moment nicht einmal ansatzweise ein Thema.“

„Deutschland bleibt eine Industrienation“, sagte Ederer. Dafür bedürfe es aber besonderer Anstrengungen in der Hochtechnologie. „Wir müssen, um den Standort Deutschland zu bewahren, hierzulande in der Forschung und Entwicklung den anderen immer ein Stück weit voraus sein.“ Deutschland sei „insgesamt gut positioniert“.

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