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Glenn Greenwald

© Oliver Dietze über dpa

15.03.2015

Siebenpfeiffer-Preis Greenwald kritisiert Deutschlands Haltung zu Snowden

Asyl sei ein weltweites Menschenrecht.

Homburg – Der amerikanische Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald hat die Weigerung Deutschlands kritisiert, dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden Asyl zu gewähren. Länder wie Deutschland seien nicht dazu bereit, das gleiche Risiko für Snowden einzugehen, das er für sie eingegangen sei.

Die Deutschen seien erst durch Snowden darüber aufgeklärt worden, wie stark sie der amerikanische und britische Geheimdienst überwachten, sagte Greenwald bei der Entgegennahme des Siebenpfeiffer-Preises im saarländischen Homburg.

Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD) hatte zuvor in seiner Laudatio betont, Deutschland müsse Snowden nach geltendem Recht im Falle einer Einreise an die USA ausliefern. Greenwald ließ dies nicht gelten: Asyl sei ein weltweites Menschenrecht. Länder wie Deutschland überließen es jetzt Russland und südamerikanischen Staaten, das umzusetzen. Snowden lebt zurzeit im Asyl in Russland.

Die Siebenpfeiffer-Stiftung hat die Vergabe ihres mit 10 000 Euro dotierten Preises mit Greenwalds „Verdiensten um Pressefreiheit und demokratische Transparenz“ begründet. Greenwald hatte vor eineinhalb Jahren von Snowden die Dokumente des US-Geheimdienstes NSA zur Auswertung erhalten und veröffentlicht.

In einer am Sonntag eingespielten Video-Aufzeichnung betonte Snowden, Greenwald habe dabei trotz der Anfeindungen der US- und der britischen Regierung nie die „Verantwortlichkeit gegenüber der Story“ aufgegeben.

Der Preis wird seit 1989 vergeben. Er erinnert an Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789-1845), einen der Initiatoren des Hambacher Festes, bei dem Menschen in der Pfalz 1832 für Freiheit und Demokratie demonstrierten.

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