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02.01.2013

Eisenbahnbundesamt Sicherheitslücken auf eingleisigen Bahnstrecken

Enormes Schadenpotenzial.

Berlin – Auf eingleisigen Bahnstrecken in Deutschland gibt es offenbar erhebliche Sicherheitslücken mit einem „enormen Schadenpotenzial“. Das Bonner Eisenbahnbundesamt warnt laut einem Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagausgabe) die deutschen Bahnunternehmen, dass der bei Bremsmanövern von Lokomotiven und Triebwagen übliche Einsatz von Streusand die Elektronik der Gleissicherung irritieren könne. Schon durch andere Züge belegte Gleisabschnitte könnten danach irrtümlich als frei gemeldet werden, was zu Kollisionen führen könne.

„Bei einem mit Reisenden besetzten Zug ist bei einem solchen Ereignis mit einer Vielzahl von Toten und Verletzten zu rechnen“, warnt das Amt mit ungewöhnlicher Schärfe und weist die Unternehmen in einer Verordnung mit Datum vom 20. Dezember 2012 an, beim Bremsen aus geringen Geschwindigkeiten nur noch in Notfällen Sand zu streuen und stattdessen den Bremsvorgang früher einzuleiten.

Nach einer Auflistung der Behörde ist es seit Oktober 2008 zu sechs Unfällen oder gefährlichen Situationen gekommen, unter anderem in Duisburg, Hannover, Potsdam, Frankfurt-Niederrad und zuletzt am 17. Dezember 2012 in Neckarelz bei Heilbronn.

Bei einer Kollision im November 2008 im nördlichen Ruhrgebiet bei Recklinghausen wurden zwei Lokführer schwer verletzt und nur durch Notoperationen gerettet. Dabei war ein Kohlezug mit Tempo 80 in ein Gleis gefahren und hatte eine dort stehende Rangierlok gerammt.

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