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„Sicherer als so manche Straße unter freiem Himmel

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28.01.2012

Verkehr „Sicherer als so manche Straße unter freiem Himmel“

Neuer Vorarlberger Pfändertunnel wird bis zum Sommer mit Sicherheitstechnik ausgestattet.

Pfänder – Noch liegt die neue Weströhre des Pfändertunnels im Halbdunkeln. Am Rand stehen riesige Kabeltrommeln, vereinzelt passieren Lastwagen die Baustelle. Doch schon Ende Juni sollen hier über 28.000 Autos am Tag durchrauschen. Das 6,5 Kilometer lange Betongewölbe ist soweit fertig, in den kommenden Monaten wird die Röhre am Vorarlberger Nadelöhr zwischen Deutschland und der Schweiz noch mit Sicherheitstechnik ausgestattet.

Über 150 Handwerker werden im Einsatz sein. Sie verlegen eine eigene Löschwasserleitung, ziehen 45.000 Meter Kabel ein, bringen Leuchten an, installieren Feuermelder, eine Funkanlage, Kameras und Telefonantennen für den Handyempfang in alle Netze. “Die neue Röhre ist wesentlich sicherer als so manche Straße unter freiem Himmel”, sagt Bauleiter Jürgen Steinhauser.

Der Ingenieur hat die Arbeiten von Anfang an begleitet und war auch im September 2008 dabei, als der gigantische Bohrer sich durch den über 1.000 Meter hohen Pfänder gegraben und 2,1 Millionen Tonnen Gestein aus dem Berg heraus befördert hat.

Alte Röhre soll ab Sommer saniert werden

70 Meter neben der neuen Tunnelröhre liegt die alte, durch die der Verkehr der A 14 Rheintal/Walgau seit 1980 fließt. Sie hat schon lange ihrer Kapazitätsgrenze erreicht, wie kilometerlange Staus zwischen Lindau und Bregenz immer wieder zeigen.

Mit der Eröffnung der neuen Röhre soll die alte für etwa ein Jahr geschlossen und saniert werden. Zwar wurde sie nach dem folgenschweren Unfall von 1995, bei dem vier Autos in Flammen aufgingen und eine dreiköpfige Familie ums Leben kam, sicherheitstechnisch verbessert. Doch dem neuesten Stand der Technik entspricht sie nicht.

Durch 15 Querverbindungen zwischen den Röhren wird auch der alte Tunnel Fluchtmöglichkeiten erhalten. Die Verbindungen sind teilweise so groß, dass ganze Löschzüge problemlos durchfahren können und der Verkehr im Falle eines Unfalls zur anderen Seite umgeleitet werden kann. “Die Querschläge bestehen bereits, teilweise müssen wir nur noch den Durchbruch sprengen”, sagt Steinhauser. “Das machen wir im Sommer. Der Tunnel wird dann für etwa 30 Minuten gesperrt.”

Einen brandsicheren Aufenthaltsraum mit Gasmasken werde es jedoch in keinem Bereich des Pfänders geben. Bis zum Ende des Kalten Krieges seien Bauwerke wie Tunnel genutzt worden, um gleich noch einen Bunker mit einzurichten. “So etwas wird heutzutage aber gar nicht mehr gemacht”, sagt Steinhauser.

Korridor-Vignette wird nächstes Jahr wieder abgeschafft

Die Wiedereröffnung der alten Röhre ist für 2013 geplant, dann soll der Verkehr durch beide Betongewölbe fließen. Bis zu 46.000 Autos könnten den Pfänder künftig am Tag passieren. “Wir sind absolut im Zeitplan und werden die anvisierten Kosten von 191 Millionen Euro wahrscheinlich noch unterschreiten”, sagt Christoph Wanker von der österreichischen Autobahngesellschaft Asfinag, die für den Bau zuständig ist.

Die Gebühren für die österreichische Maut auf Schnellstraßen sollen nach der Fertigstellung nicht erhöht werden. Dafür wird aber die Korridor-Vignette wegfallen. Mit dieser konnten Autofahrer seit Sommer 2008 die rund 23 Kilometer lange Strecke von der deutsch-österreichischen Grenze bis nach Hohenems kurz vor der Ostschweiz für zwei Euro zurücklegen, ohne gleich eine Zehn-Tages-Vignette für den vierfachen Preis kaufen zu müssen.

“Der Streckenabschnitt bleibt zwar derselbe, aber die Korridor-Vignette war lediglich eine Sondereinrichtung für die Zeit während des Baus”, lautet die Begründung der Asfinag.

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