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Sibirische Kälte in Deutschland

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30.01.2012

Dauerfrost Sibirische Kälte in Deutschland

Erste Bodengewässer an der Ostsee gefrieren – Januar zu mild.

Offenbach – Eisige Temperaturen haben sich zu Wochenbeginn in weiten Teilen Deutschlands eingestellt. Das sibirische Hoch Cooper sorgte vor allem östlich des Harzes und in der Oberpfalz für klirrenden Frost. So sanken die Temperaturen dort am Montagmorgen auf minus 13 Grad Celsius, wie der Meteorologe Thomas Schumann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) auf dapd-Anfrage sagte. Am wärmsten sei es mit null Grad am Oberrhein gewesen.

Nach knapp einer Woche Dauerfrost gefrieren die ersten Boddengewässer an der deutschen Ostseeküste. Mit Behinderungen für die Schifffahrt sei jedoch frühestens in zwei Wochen zu rechnen, sagte Jürgen Holfort vom Eisdienst des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Rostock. Mit bis zu sieben Zentimetern ist die Eisdicke in der kaum befahrenen Dänischen Wiek bei Greifswald am stärksten. Kompaktes Eis gibt es auch südlich von Darß-Zingst sowie im Greifswalder Bodden. Auch in der Lübecker Bucht und im Fahrwasser nach Schleswig hat sich Eis gebildet.

In diesem Zusammenhang warnte die Polizei vor dem Betreten der Eisflächen. Die Eisschicht, die sich in den vergangenen Tagen auf den Gewässern gebildet habe, sei noch nicht tragfähig, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Durch die dünne Schneedecke oder Raureif auf dem Eis seien gefährliche Stellen nicht zu erkennen. Wer die Flächen dennoch betrete, begebe sich deshalb in Lebensgefahr.

Wegen der frostigen Temperaturen bereitet sich die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung auf das Zufrieren der Wasserwege vor. Für den Mittelland- und Elbe-Seitenkanal stünden derzeit fünf Eisbrecher in Bereitschaft, sagte eine Sprecherin der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Mitte der Nachrichtenagentur dapd in Hannover. Ab Mittwoch soll wegen der weiter sinkenden Temperaturen täglich die Eislage der Wasserwege kontrolliert werden.

In der zweiten Wochenhälfte werde es überall in Deutschland noch kälter, kündigte Meteorologe Schumann an. Von der Ostseeküste über die Mittelgebirge bis nach Bayern lägen die Temperaturen dann deutlich unter minus zehn Grad. Am kältesten werde es mit bis zu minus 20 Grad im Nordosten Thüringens und in Bayern.

Trotz der derzeit sibirischen Kälte war der Januar deutlich zu mild. Die Durchschnittstemperatur habe in Deutschland 1,9 Grad Celsius betragen, was für Januar 2,4 Grad zu warm sei, teilte der DWD mit. Mit 55 Sonnenstunden habe es 25 Prozent mehr gegeben als für die Jahreszeit üblich. Doch auf den milden Januar folgt ein eiskalter Februar. Mit der anrückenden Kältewelle wird es in diesem Winter erstmals kälter als normal: “Wir liegen in dieser Woche rund zwölf Grad unter den für diese Jahreszeit üblichen Temperaturen”, sagte der Meteorologe Karsten Kürbis vom privaten Wetterdienst MeteoGroup Deutschland.

Winterliche Schneepracht und Sonnenschein laden schon jetzt zu Wanderungen auf den Brocken ein. “Hier in den nächsten Tagen hochzukommen, lohnt sich”, sagte Klaus Adler von der Wetterwarte auf dem Brocken. “Es liegen 175 Zentimeter Schnee.” Er rät aber, sich warm anzuziehen. Bei einer Windstärke von 90 Stundenkilometern und leichtem Schneetreiben wurden am Montag minus elf Grad Lufttemperatur gemessen – gefühlte minus 37 Grad. “Die Kälte geht durch Mark und Bein”, sagte Adler.

Die Kältewelle beschert Berlin und Brandenburg zum Ende der Woche Temperaturen von bis zu minus 17 Grad Celsius. “Dieser Wert wird spätestens in der Nacht zum Freitag erwartet”, sagte Meteorologe Kürbis. Auch am Tage kommen die Temperaturen trotz strahlenden Sonnenscheins nicht über minus sechs Grad hinaus. “Wegen eisigen Ostwinds besteht die Gefahr von Erfrierungen”, warnte er. Das Tragen von Schals und Mützen sei daher sehr ratsam. Zudem werde der Frost tief in den Boden eindringen. “Das kann zu gefrorenen Wasserleitungen führen”, sagte Kürbis.

In Sachsen führte der Wintereinbruch zu einem plötzlichen Rückgang der Blutspenden. “Bei Eis und Schnee kommen immer weniger Menschen zur Blut- und Plasmaspende”, sagte Knud-Peter Krause, Medizinischer Vorstand des Blutspendedienstes Haema, der allein in Sachsen an zehn Standorten vertreten ist.

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