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Showdown im Abstiegskampf

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27.01.2012

Fußball Showdown im Abstiegskampf

Die letzten Sechs treffen am 19. Spieltag direkt aufeinander.

Frankfurt/Main – Die Berliner Hertha hofft auf den Skibbe-Effekt, der Hamburger SV wie auch der FC Augsburg auf eine Trotzreaktion, der SC Freiburg auf den nächsten Streich – und der FSV Mainz 05 sowie der 1. FC Kaiserslautern einfach mal wieder auf einen Sieg. Der Zeitpunkt dazu könnte wichtiger nicht sein. Denn der 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga wird zu einem Super-Showdown im Abstiegskampf. In Berlin, Augsburg und Mainz treffen die letzten sechs Klubs in direkten Duellen aufeinander.

Trotz der brisanten Situation und der 1:5-Pleite gegen Meister Borussia Dortmund gibt Trainer Thorsten Fink beim Bundesliga-Gründungsmitglied Hamburg vor dem Spiel in Berlin Optimismus aus. “Ich habe nicht das Gefühl, dass die Mannschaft Selbstvertrauen verloren hat und sehe keine Verunsicherung”, sagte Fink. “Unser Ziel bleibt ein Platz im gesicherten Mittelfeld.”

Doch gerade diese unbedachte Art könnte dem HSV, der in seiner Vereinsgeschichte noch nie abgestiegen ist, zum Verhängnis werden. Bei einer Niederlage droht den Hamburgern – wie auch der Hertha – der Sturz auf den Relegationsplatz. Immerhin scheint Stürmer Mladen Petric, der nach auskurierter Wadenverletzung vor der Rückkehr in die Startelf steht, die pikante Lage verinnerlicht zu haben. “Das ist ein Keller-Duell. Wir müssen punkten, sonst stecken wir unten fest”, sagte der Kroate.

Während die Hanseaten seit fünf Auswärtsspielen ungeschlagen sind, blieben die Berliner zuletzt vier Mal zuhause und insgesamt sieben Mal in Folge ohne Sieg. Der Heimkomplex soll nun unter Trainer Michael Skibbe abgelegt werden. “Wenn wir alles geben, bekommen wir auch wieder die Zuschauer hinter uns”, sagte Skibbe, der als Nachfolger von Markus Babbel beim 0:2 beim 1. FC Nürnberg einen Fehlstart erlebte. Interimskapitän Christian Lell fordert: “Wir müssen in die Puschen kommen.”

Dies gilt auch für Schlusslicht Augsburg. “Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft gegen Kaiserslautern ein anderes Gesicht zeigen wird als beim 0:1 in Freiburg”, sagte Manager Andreas Rettig. Allerdings werden die Augsburger wohl erneut ohne Neuzugang Jan Moravek auskommen müssen. Für den Tschechen dürfte die Begegnung gegen seinen Ex-Klub nach muskulären Problemen noch zu früh kommen. Hoffnung geben dem FCA die letzten beiden Heimsiege gegen namhafte Gegner wie Borussia Mönchengladbach und den VfL Wolfsburg.

Bei Kaiserslautern versucht Trainer Marco Kurz, den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen. “Das Spiel ist wichtig, aber nicht entscheidend. Es ist eine Momentaufnahme”, sagte Kurz, der wohl die beiden Neuzugänge Sandro Wagner und Anthar Yahia aufbieten wird. Seit neun Pflichtspielen ist der FCK sieglos, eine solch lange Durststrecke gab es unter Kurz noch nie. Bei einer Niederlage würde der viermalige Meister auf den letzten Platz durchgereicht, wenn Freiburg am Sonntag in Mainz gewinnt.

Bei Freiburg ist nach den turbulenten Tagen zur Jahreswende unter dem neuen Trainer Christian Streich die Hoffnung zurückgekehrt. “Aber wir müssen genauso konzentriert und kompakt auftreten wie gegen Mainz”, warnte Streich, der im Abstiegskampf auch auf jugendlichen Elan setzt. So wurde Matthias Ginter, der gegen Augsburg mit 18 Jahren und zwei Tagen zum jüngsten Freiburger Bundesliga-Torschützen aller Zeiten und insgesamt jüngsten Torschützen der Liga in dieser Saison avancierte, ebenso mit einem Profivertrag ausgestattet wie Rechtsverteidiger Oliver Sorg.

Bei den Mainzern, die im Vorjahr zur gleichen Zeit auf Platz drei standen, ist Trainer Thomas Tuchel nach fünf Ligaspielen ohne Sieg auf der Suche nach einem “Leader” im Abstiegskampf. “Die Frage ist: Wo ist der Klebstoff, der alles zusammenhält. Es ist vertrackt, eine Persönlichkeitsgeschichte”, sagte Tuchel und klang fast resigniert.

Hoffnungsträger könnte Stürmer Adam Szalai sein, der beim 2:3 bei Bayer Leverkusen nach einem Jahr Verletzungspause sein Comeback gab und gleich für frischen Schwung sorgte. “Adam ist jemand, an dem sich auch die Mitspieler aufrichten”, sagte Tuchel, der unabhängig von der Aufstellung “Galligkeit und Leidenschaft” fordert. Das Vokabular zeigt: Der Existenzkampf ist am 19. Spieltag bereits in voller Fahrt.

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