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04.03.2010

Sexuelle Belästigung Amerell und DFB einigen sich

Zur angekündigten offenen Verhandlung war es damit nicht gekommen.

München – Im Streit um angebliche sexuelle Belästigungen durch Manfred Amerell sind der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der ehemalige Schiedsrichter heute in München zu einer außergerichtlichen Einigung gelangt. So hat Amerell eingewilligt, seinen Antrag auf Unterlassung der entsprechenden Aussagen des DFB gegen Einsicht in die eidesstattlichen Aussagen der beteiligten Schiedsrichter zurückzuziehen. Sollte der Kläger die Namen der Schiedsrichter, die gegen ihn ausgesagt hatten, öffentlich machen, droht ihm eine Strafe von 25.000 Euro. Zur angekündigten offenen Verhandlung war es damit nicht gekommen, der DFB darf zudem an den Vorwürfen gegen Amerell festhalten.

Die Nachricht über die Einigung hatte der Richter Peter Lemmert im Münchner Justizpalast bekanntgegeben. „Lange und intensive Verhandlungen“ habe es gegeben, so Lemmert, beide Seiten seien bemüht gewesen, „friedlich miteinander umzugehen“. Im Anschluss an die Einigung hatte Amerell heute allerdings angekündigt, Klage gegen Kempter und drei weitere Schiedsrichter erheben zu wollen. Anfang Februar waren die Vorwürfe des Schiedsrichters Michael Kempter gegen Amerell bekannt geworden. Demnach habe Amerell Kempter sexuell bedrängt, auch weitere anonyme Schiedsrichter hatten entsprechende Anschuldigungen gegen den 63-Jährigen erhoben.

Der frühere Referee bestritt die Vorwürfe und erklärte, Kempter habe ihn „für seine eigenen Motive, für seine Karriere benutzt“. Sein Verhältnis zu dem jungen Schiedsrichter sei „intensiv freundschaftlich“ gewesen, so Amerell, seinen Einfluss als Mitglied des Schiedsrichterausschusses habe er aber zu keiner Zeit ausgenutzt. Der DFB denkt unterdessen über die Einberufung eines außerordentlichen Bundestages Ende April nach, in dessen Rahmen möglicherweise Satzungsänderungen im Schiedsrichterwesen beschlossen werden sollen. Die Einigung mit Amerell wertet der Verband trotz fehlender Auflösung des Skandals als Erfolg.

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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