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15.01.2010

Sexfilme bald in 3D – Pornoindustrie gespalten

Las Vegas/Essen – Der Hype um 3D-Technologien auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas war auch auf der parallel stattfindenden AVN Adult Entertainment Expo (AEE) ein vorherrschendes Gesprächsthema. Das US-Produktionsstudio „Bad Girls in 3D“ übernahm die Vorreiterrolle, indem es ein Komplettsystem für 3D-Pornos inklusive monatlichem Streaming-Paket vorstellte. Der Sex-Genuss in 3D ist allerdings nicht billig. Das angebotene 60-Zoll-TV-Gerät von Mitsubishi, zwei 3D-Brillen sowie die ebenfalls inkludierte PC-Komponente kosten knapp 4.000 Euro.

Für das Abo von 3D-Pornofilmen, die über das Internet heruntergeladen werden können, verlangt der Anbieter darüber hinaus noch einmal 19,95 Dollar monatlich. Produzent Lance Johnson glaubt dennoch fest daran, dass an 3D auch in der Pornobranche kein Weg vorbeiführen wird: „Seit Jahrzehnten hat die Porno-Industrie alle technologischen Entwicklungen mitgemacht. 2010 und darüber hinaus wird sich alles um 3D drehen. Das zeigt auch das Rekordeinnahmeergebnis von zehn Mrd. Dollar an den Kinokassen, das zu einem Großteil auf das Interesse an 3D-Spielfilmen zurückzuführen ist.“

Diskussion verfrüht

Johnsons Euphorie wird aber nicht von allen Studios geteilt. „Natürlich ist es beeindruckend, einen Film wie Avatar in 3D im Kino zu sehen. Für die Pornoindustrie sind die technischen Voraussetzungen allerdings nicht annähernd gegeben. Die Diskussion halte ich definitiv für verfrüht“, meint Uwe Dittmann, Vertriebsleiter beim deutsch-schweizerischen Studio Magmafilm. Um 3D in guter Qualität nutzen zu können, müsse der Vertrieb über Blu-ray erfolgen. In der Erwachsenenunterhaltung habe sich die Blu-ray-Technologie bisher aber noch nicht durchgesetzt, so Dittmann. Der überwiegende Großteil der Produktionen werde immer noch über DVD vertrieben. „Und die Playstation 3 im Kinderzimmer eignet sich im Normalfall auch nicht als der beste Ort, um entsprechende Filme zu schauen“, spricht Dittmann auch auf die allgemein immer noch geringe Verbreitung von Blu-ray-Playern an.

Sexkinos technologisch nicht gerüstet

Dass die Filmstudios vor den deutlich höheren Produktionskosten zurückschrecken, ist auch dadurch bedingt, dass das Vertriebs- und Vergütungssystem von reinen Erotikkinos mit dem traditionellen Kinobetrieb wenig zu tun hat. So existieren im Normalfall keine besonderen Verträge zwischen den Sexkinobetreibern und den Filmstudios. Vielmehr werden über Beamer gezeigte DVDs einfach bei der GÜFA angemeldet und die anfallenden Verwertungsgebühren abgeführt. „Abgesehen davon, dass die Kinobetreiber gar nicht in der Lage und willens sind, technisch aufzurüsten, kommt der Mehraufwand für eine aufwändige 3D-Produktion so nicht zurück“, erklärt Dittmann im pressetext-Gespräch.

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