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Seit Wiedervereinigung mindestens 137 Todesopfer rechter Gewalt

Berlin – In der Bundesrepublik sind seit der Wiedervereinigung Medienberichten zufolge mindestens 137 Menschen bei Angriffen von Neonazis und anderen rechten Gewalttätern ums Leben gekommen. Das hätten gemeinsame Recherchen des „Tagesspiegels“, des Online-Portals „Tagesspiegel.de“ sowie der „Zeit“ und „Zeit Online“ ergeben.

Die Zahl der Todesopfer rechter Gewalt sei demnach fast dreimal so hoch wie von Bundesregierung und Polizei bislang gemeldet. Die Regierung spricht von lediglich 47 Toten. Für das Jahr 1994 und den Zeitraum von 2003 bis 2007 wird offiziell kein einziges Todesopfer rechter Gewalt genannt. Tagesspiegel und „Zeit“ kommen hingegen allein für diese Jahre auf insgesamt 21 Tote.

Die Medien haben nach eigenen Angaben über mehrere Monate Urteile gesichtet, Staatsanwaltschaften, Gerichte, Sicherheitsbehörden sowie Opferberatungsstellen befragt und mit Hinterbliebenen getöteter Menschen gesprochen. Dabei hätte sich gezeigt, dass in Teilen von Polizei und Justiz das ausführliche Erfassungssystem zur politisch motivierten Kriminalität (PMK), das die Innenminister im Jahr 2001 eingeführt hatten, kaum wahrgenommen wird.

15.09.2010 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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