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Werner Schneyder: Sein Terminkalender ist mit 75 randvoll

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21.01.2012

Schneyder Werner Schneyder: Sein Terminkalender ist mit 75 randvoll

Werner Schneyder: “Ich muss auftreten, weil es mein Leben ist”.

Berlin – Täglich probt er im Salzburger Landestheater, zwischendurch gibt er einen Kabarettabend im Wiener Burgtheater, Ende Februar erscheint sein neues Buch. Werner Schneyders Terminkalender ist nach wie vor randvoll. Da stört sein 75. Geburtstag am 25. Januar fast. “Ich feiere ihn so gut wie nicht. An dem Tag werde ich ganz normal mit meinen Kollegen in der Früh und am Abend proben”, erzählt der geborene Grazer, der gerade das Stück “Das weite Land” von Arthur Schnitzler in der Mozartstadt inszeniert.

Schneyder ist und war ein Allrounder – Kabarettist, Fernsehmoderator, Sportreporter, Dramaturg, Schriftsteller, Schauspieler, Pianist, Theaterregisseur, Chansonnier, Zeitungskolumnist. Und der Pensionär denkt nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. “Ich muss auftreten, weil es mein Leben ist”, meint der 74-Jährige, der in Wien lebt, in einem dapd-Gespräch.

In seiner Autobiografie “Meine zwölf Leben” beschreibt er sich treffend: “Ich bin ein Don Juan auf einer anderen Ebene, ich bin nur aus einem Suchtverhalten heraus zu begreifen, meine liebste Tätigkeit ist immer die, die ich zur Zeit nicht ausübe, mein liebster Job der übernächste. Ich habe nur meinen Beruf, mich.”

Er muss sich immer noch einmischen

Mit dem Namen von Werner Schneyder eng verbunden ist vor allem das politische Kabarett. Ab Mitte der siebziger Jahre tourte er mit dem deutschen Meister der spitzen Feder und des geschliffenen Wortes, Dieter Hildebrandt, acht Jahre lang erfolgreich durch die Lande. Auch später sorgte der Österreicher, der in Wien Publizistik und Kunst studierte, mit seinen Soloprogrammen für volle Häuser. 1996 beschloss er dann, von der Kabarettbühne abzutreten. Doch sein Entschluss hielt nur zwölf Jahre, dann wollte er sich wieder auf diese Art einmischen, sagt Schneyder. Er tut es bis heute.

Sein Programm “Ich bin konservativ” versteht sich als “reine Provokation, weil ich während dieses Abends eben klar mache, dass ich den sogenannten Konservativen diesen Begriff nicht gönne – denn konservativ kommt von conservare, das heißt bewahren”, erinnert Schneyder. “Aber wie die sich im Großen und Ganzen präsentieren – die zerstören alles, die soziale Balance, die kaufmännische Moral, die Umwelt … und nennen sich konservativ, das ist reiner Zynismus”, sagt der Vater eines erwachsenen Sohnes, der nach dem Krebstod seiner ersten Frau Ilse vor mehr als sieben Jahren im September 2011 wieder heiratete.

Ein Kampf der Klitschkos reizt ihn noch

Große Sachkenntnis bewies Schneyder viele Jahre auch als Reporter von Boxübertragungen. Für das ZDF kommentierte er beispielsweise die olympischen Turniere in Los Angeles, Seoul und Barcelona. Später saß der Österreicher, der 15 Jahre bei den Amateurboxern als Ring- und Punktrichter aktiv war, für den Privatsender RTL am Seilquadrat – zu Zeiten des Profi-Weltmeisters im Halbschwergewicht, Henry Maske. Es wurde damals kolportiert, dass nicht wenige Zuschauer nur wegen seines virtuosen Umgangs mit der Sprache und seiner kritischen Worte zum Profiboxen vor dem Fernseher saßen.

Dieses Kapitel seiner Biografie ist übrigens abgeschlossen, wie er sagt. “Ein Kampf beispielsweise der Klitschkos würde mich zwar noch mal reizen, aber ich habe mir gesagt, ein Mensch über 70 hat nicht Boxen zu kommentieren.” Dabei würden seine Chancen bei einem ernsthaften Versuch nicht schlecht stehen. Denn er sagt von sich: “Ich gebe nicht nach, wenn ich etwas erreichen will.”

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