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Sebastian Edathy schlägt „Döner-Morde vor

© Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

20.11.2011

Unwort des Jahres Sebastian Edathy schlägt „Döner-Morde“ vor

Begriff „Döner-Morde“ sei in jeder Hinsicht falsch.

Berlin – Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Innenexperte Sebastian Edathy hat den Begriff „Döner-Morde“ in einem Schreiben an die zuständige Jury als „Unwort des Jahres“ vorgeschlagen. Das berichtet die „MDZ“.

In dem Schreiben von Edathy heiße es: „Diese, in weiten Teilen von Medien und Öffentlichkeit unreflektiert verwendete Wortwahl, bezieht sich auf eine rassistisch motivierte Mordserie. Zugleich werden unsere Mitbürger, die zu Opfern wurden und von denen die wenigsten tatsächlich einen Döner-Imbiss betrieben hatten, mit dieser Wortwahl als „fremd“ stigmatisiert. Der Begriff „Döner-Morde“ ist in jeder Hinsicht falsch. Er ist beleidigend, ausgrenzend und für die Verwendung in einem demokratischen Diskurs unangebracht.“

Edathy bittet alle anderen Bundestagsabgeordneten in einer Mail, ihn in seinem Vorschlag zu unterstützen. Das Wort „Döner-Morde“ bezieht sich auf die Tötung von acht türkischen und einem griechischen Kleinunternehmer durch die rechtsterroristische Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“.

Die Aktion „Unwort des Jahres“ lenkt den Blick auf sachlich unangemessene oder inhumane Formulierungen, um damit zu sprachkritischer Reflexion aufzufordern. Die Aktion ist unabhängig von Parteien oder Institutionen. Die Jury besteht aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten und wird jährlich wechselnd durch ein weiteres Mitglied aus dem Bereich des öffentlichen Kultur- und Medienbetriebes ergänzt. Jeder Bürger kann noch bis zum 31. Dezember Vorschläge unterbreiten.

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