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Schweizer Fußball-Verband greift weiter hart durch

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18.01.2012

Schweiz Schweizer Fußball-Verband greift weiter hart durch

Lizenzentzug für Xamax Neuchatel – Zuvor schon 36 Punkte Abzug für FC Sion.

Berlin/Neuchatel – Was sich seit einigen Tagen angedeutet hatte, ist nun offiziell: Die Swiss Football League (SFL) hat dem Erstligisten Xamax Neuchatel mit sofortiger Wirkung die Lizenz entzogen. Die Disziplinarkommission (DK) der SFL bestrafte den Verein am Mittwoch wegen Nichteinreichung wichtiger Dokumente, der ausbleibenden Zahlung von Löhnen und des Verdachts auf Dokumentenbetrugs. Damit wurde in der Schweiz binnen weniger Tage das zweite harte Urteil über einen Verein gefällt. Erst Ende Dezember war der FC Sion vom Schweizer Fußball-Verband (SFV) mit einem 36-Punkte-Abzug bestraft worden. Durch Neuchatels Lizenzentzug kann Sion jetzt aber nicht mehr direkt absteigen.

Auf der Homepage der SFL heißt es zum Fall Neuchatel: “In ihrem Entscheid kommt die DK zum Schluss, dass durch die Nichteinreichung der finanziellen Dokumente die Bedingungen der Lizenz nicht mehr erfüllt sind. Weiter stellt die Kommission fest, dass die angebliche Bescheinigung der Bank of America nicht von letzterer ausgestellt wurde.” Der Verein könne zwar binnen fünf Tagen Einspruch einlegen, eine aufschiebende Wirkung habe dieser aus “sportlichen Gründen” jedoch keine. Neuchatel wurden aufgrund der gleichen Vorwürfe bereits acht Punkte in der laufenden Spielzeit abgezogen.

Doch damit nicht genug: Auch der Konkurs steht nach Aussage von Heinrich Schifferle, Präsident der Swiss Football League (SFL), kurz bevor. 120 Gläubiger mit offenen Forderungen von über 8 Millionen Franken (knapp 6,5 Millionen Euro) können nicht bedient werden.

Neuchatel indes wehrt sich. Auf der Vereinshomepage heißt es in einer Stellungnahme, dass unter anderem im Oktober 2011 alle Konten des Vereins ohne Erklärung gesperrt worden seien und somit kein Geld von Sponsoren hätte fließen können. Zudem werfe man dem Schweizer Fußball-Liga vor, den Verein wissentlich auflaufen gelassen zu haben. Dabei geht es um den vom Verband angeforderten Wirtschafts- und Finanzbericht. “Die SFL hat gewusst, dass der Verein derzeit keinen Rechnungsprüfer hat, weil dieser erst am 24. Januar auf der Hauptversammlung des Vereins bestellt wird.”

Zudem wittert der Verein des umstrittenen tschetschenischen Vereinsbesitzers Bulat Tschagajew einen Komplott: “Die Führung von Neuchatel nimmt die Anschuldigungen und Behauptungen bestürzt zur Kenntnis und zieht daraus den Schluss, dass die Schweizer Fußball Liga einen Konkurs von Neuchatel Xamax will – wenn möglich schnell und endgültig. Ein Konkurs, der vieles regeln könnte…”

Damit dürfte Xamax auf eine erste spektakuläre Entscheidung im Schweizer Fußball anspielen, die für großes Aufsehen gesorgt hatte. Ende Dezember hatte der Fußball-Verband der Schweiz (SFV) dem Druck der FIFA nachgegeben und dem FC Sion in einer drakonischen Strafmaßnahme 36 Punkte abgezogen. Damit fällt der FC Sion mit fünf Minuspunkten auf den letzten Tabellenplatz der Liga der Schweiz zurück. Dem Klub aus dem Wallis wird vorgeworfen, er habe mehrere nicht einsatzberechtige Profis spielen lassen. Der Internationale Fußball-Verband (FIFA) hatte dem nationalen Verband der Schweiz damit gedroht, ihn aus allen internationalen Wettbewerben auszuschließen, falls Sion nicht bestraft würde.

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