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Schweizer Einfallsreichtum fasziniert Seehofer

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12.02.2012

Energiewende Schweizer Einfallsreichtum fasziniert Seehofer

Im Alpenland informiert sich der Ministerpräsident über die Energiewende.

Linthal – Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zeigte sich tief beeindruckt, als er am Sonntag die Baustelle für das neue Pumpspeicherkraftwerk im Schweizer Kanton Glarus besichtigte. “Das war sehr lehrreich”, sagte Seehofer nach einem Helikopterflug zu einem geplanten Stausee bei Linthal. Hier werde deutlich, “was man mit Einfallsreichtum machen kann”.

Der Pilot habe ihm erzählt, dass die Steinböcke und Murmeltiere bis auf wenige Meter an die Bauarbeiter herankommen, berichtete Seehofer. Bei dem Projekt werde auch auf die Naturverträglichkeit geachtet.

Als erster bayerischer Regierungschef befindet sich Seehofer noch bis Montag auf einem offiziellen Besuch in der Schweiz. Ein wichtiges Thema ist dabei die Energiewende. Das Pumpspeicherkraftwerk kann nicht nur Energie erzeugen, sondern auch Stromüberschüsse speichern, die während sogenannter Schwachleistzeiten anfallen. Dafür wird das Wasser in einen höher gelegenen Stausee zurückgepumpt und erneut zur Stromproduktion genutzt.

Seehofer zeigte sich begeistert von dem Projekt. Er wolle “ganz Bayern abgrasen, wo wir so etwas machen können”. Zugleich forderte er mehr Tempo bei der Energiewende in Deutschland.

Gegen das Kraftwerk hatte es wegen einer intensiven Beteiligung der Bevölkerung und von Umweltverbänden keinen einzigen Einspruch gegeben. Seehofer machte deutlich, dass er die Schweiz als Vorbild bei der Beteiligung der Bürger an Entscheidungen über Großprojekte sieht. “Ein bisschen mehr Schweiz könnte uns Bayern gut tun”, sagte er.

Seehofer war noch etwas angeschlagen wegen seines grippalen Infekts, den er bereits vor zwei Wochen bekommen hatte. Der Ministerpräsident berichtete jedoch, er habe die Genehmigung von seinem Arzt für die Schweiz-Reise bekommen.

Am Montag kommt Seehofer in Bern mit Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlump zusammen, um mit ihr über einen Ausbau der Beziehungen zwischen Bayern und der Schweiz zu sprechen. Er trifft zudem Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann und Außenminister Didier Burkhalter. Am Abend hält Seehofer am Europa-Institut der Universität Zürich einen Vortrag zu den “Perspektiven und Grenzen der europäischen Integration”.

Auch ein Gespräch mit dem Ständeratspräsidenten Hans Altherr ist geplant. Der Ständerat ist die Vertretung der Kantone, während es sich beim Schweizer Bundesrat um die dortige Bundesregierung handelt. Bereits vor der Reise hatte Seehofer betont, die Schweiz und Bayern verbinde “die gemeinsame Heimat im Alpenraum ebenso wie die besondere Stärke als export- und innovationsorientierter Standort in der Mitte Europas”.

Das Handelsvolumen mit der Schweiz ist nach Angaben der Staatskanzlei seit 2000 kontinuierlich gestiegen. Es lag 2010 bei 8,4 Milliarden Euro. Wichtigste bayerische Ausfuhrgüter sind Fahrzeuge und Maschinen sowie elektrotechnische und chemische Erzeugnisse.

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