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Schweinsteiger bringt das Prinzip Hoffnung

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06.03.2012

FC Bayern München Schweinsteiger bringt das Prinzip Hoffnung

Bayern Münchens Regisseur zurück im Mannschaftstraining.

München – Die Stammspieler bekamen noch ein paar Stunden Gnadenfrist. Als Jupp Heynckes mit seinem siebenköpfigen Reserveteam um kurz vor zehn Uhr am Dienstagmorgen den Trainingsplatz an der Säbener Straße betrat, bauten die zahlreichen anwesenden Kamerateams enttäuscht ihre Stative ab. Ein paar Stunden mussten sie noch warten, dann aber folgte die Überraschung: Zum Startschuss des „Projekt Schadensbegrenzung“ kehrte am Nachmittag Regisseur Bastian Schweinsteiger zurück in den Kreis seiner Kollegen – und mit ihm das Prinzip Hoffnung.

Vier Wochen hatte der am Knöchel verletzte Nationalspieler dem Rekordmeister gefehlt – und wurde schmerzlich vermisst. Kapitän Philipp Lahm wirkt auf dem Platz bisweilen überfordert mit der Rolle, die von ihm verlangt wird. „Philipp Lahm ist zwar Kapitän, aber Schweinsteiger ist für mich der wichtigste Spieler bei Bayern und der fehlt. Die Mannschaft hat Probleme“, sagte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer auf „Sky“. Ob der 27-Jährige beim Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim wieder in den Kader zurückkehrt, ist allerdings noch offen. Zumindest bis zum entscheidenden Spiel in der Königsklasse gegen den FC Basel dürfte Schweinsteiger aber wieder fit sein.

Ab Mittwoch soll Schweinsteiger volles Pensum absolvieren

Am Dienstag verzog sich der Mittelfeldspieler nach 45 Minuten in den Kraftraum, ab Mittwoch soll er aber das volle Pensum absolvieren. Vor allem psychologisch ist die Rückkehr in diesen Tagen Gold wert. Schweinsteiger strotzt vor Motivation und Titelhunger, hat den Willen, der der Mannschaft zuletzt fehlte. „Es fängt im Training an, da muss man mehr Gas geben“, kritisierte der verletzte Verteidiger Daniel van Buyten via „Bild“-Zeitung. Erst dann könne man auch „auf dem Platz wieder erfolgreicher sein“. Der nötige Schwung, das „Mia san mia“ war in den letzten Wochen hier wie da nicht zu sehen. Statt Kampfansage gaben die Bayern kleinlaut bei.

Ein Gegentor – und die Mannschaft zerfällt derzeit in ihre Einzelteile. Arjen Robben giftet, Franck Ribery motzt, Thomas Müller und Jerome Boateng schreien sich gar an. Einmal mehr wurde deutlich, wie sehr Schweinsteiger in den entscheidenden Momenten fehlte. Zumindest ein Problem dürfte sich für Heynckes also schneller lösen als erwartet. Für die zahlreichen anderen begann der 66-Jährige am Dienstag mit der Ursachenforschung – denn ab jetzt zählt nur noch Schadensbegrenzung.

Heynckes war am Dienstag anzusehen, dass ein anderer Wind weht. Er redete lautstark, schimpfte: Irgendetwas muss passieren, um die Saison noch zu retten, die gar nicht mehr zu retten scheint. Noch nie ist es einer Mannschaft gelungen, einen Rückstand von sieben Punkten nach dem 24. Spieltag noch aufzuholen.

Gomez verspricht: „Ich werde wieder treffen“

Für den kriselnden Torjäger Gomez ist klar: Der enorme Druck auf den Rekordmeister ist Schuld für die miserable Bilanz der Rückrunde. „Weil wir unbedingt gewinnen wollen und müssen, machen wir irgendwann auf und laufen ins Verderben“, sagte der 26-Jährige der „Bild“-Zeitung. Angst davor, in den kommenden Wochen alle drei Titel zu verspielen, hat der Nationalspieler aber dennoch nicht: „Jeder muss sich an die eigene Nase fassen. Für die Mannschaft.“ Seine Aufgabe sei es, „wieder zu treffen und das werde ich tun“, führte Gomez fort. Dann wäre auch das zweite Problem gelöst.

Neuer mal Weltklasse, mal Kreisklasse

Zu einem überraschenden Problemkind wurde allerdings auch Manuel Neuer. Der zugegeben oft beschäftigungslose Nationaltorhüter hält teils überragend, teils aber eben auch nicht. Einen Sieg (2:1 in Augsburg) hielt der 25-Jährige den Bayern fest, drei (0:1 und 1:3 gegen Gladbach, 0:2 in Leverkusen) verschuldete er aber mit groben Patzern. Richtig anzweifeln will ihn dennoch niemand. „Wenn ich ihm einen Tipp geben soll: Keinen Kopf machen und weiter so. Er ist und bleibt einer der weltbesten Torhüter. Punkt“, sagte Torhüter-Legende Toni Schumacher dem „Münchner Merkur“. Problem Nummer drei gelöst. Zumindest theoretisch…

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